Spätestens seit 2005 muss sich ein Creature Feature, bei dem die Geschöpfe aus einer Höhle oder sonst wie von unten stammen mit „The Descent“ vergleichen lassen. Regisseur Bradley Parker hat es sich diesbezüglich leicht gemacht und die Beleuchtung so weit herunter gedreht, dass phasenweise gar nichts erkennbar ist.
Ein Team von Geologen und Reiseführerin Arianne reist in die Appalachen, wo eine still gelegte Mine interessante Bodenproben zutage fördern soll. Während die heimischen Rednecks wenig hilfreich sind, lauert etwas in der Tiefe und wartet nur auf eine Lücke im Sicherheitssystem…
Dass man die Bedrohung innerhalb der Exposition nicht zu Gesicht bekommt, schürt im Idealfall Spannung, hier ist es hingegen die sprichwörtlich dunkle Vorahnung, auch im Verlauf nicht allzu viel erhaschen zu können. Derweil bleiben die Figurenzeichnungen oberflächlich und selbst Arianne, die als eine Art Lara Croft eingeführt wird, trägt im weiteren kaum etwas heldenhaftes bei außer ein Seil über einen Elektrozaun zu schwingen.
Immerhin fallen einige Schauplätze interessant aus und sei es nur eine Einrichtung der Hinterwäldler mit allerlei morbiden Schnickschnack. Das Zentrum der Mine ist von einer eindrucksvollen Senke umgeben, während hier und da etwas Nebel wabert und ein kleines Versteckspiel im ersten Drittel ein wenig Suspense generiert. Als nach rund 40 Minuten etwas mehr Bewegung ins Spiel kommt und das erste Opfer zu beklagen ist, keimt auch so etwas wie Hoffnung auf, ein ordentliches Katz- und Mausspiel mit Konfrontationen und blutigen Einlagen zu erhalten, doch genau das bleibt Mangelware.
Stattdessen wird es im Verlauf immer dunkler, die Kamera arbeitet bewusst mit Unschärfen und zum Finale mit massiv verzogenen Perspektiven, wodurch der Einsatz der Monster eher erahnbar bleibt. Jene sind prinzipiell zweckdienlich gestaltet und deren Sounddesign geht in Ordnung, doch die Bedrohung tendiert gegen Null, zumal zwischenzeitlich kaum mehr erkennbar ist, wer jetzt gerade von der Gruppe verschwindet. Selbst ein Will Patton als oberster Redneck kann dem kaum entgegenwirken und auch die übrigen reißen sich kein darstellerisches Bein aus.
Zwar schürt der Score zuweilen ein wenig Atmosphäre und unterstreicht in den raren spannenden Momenten die bedrohliche Atmosphäre, doch insgesamt bleibt der Stoff weit hinter den Erwartungen zurück, der sich drehbuchtechnisch nicht einmal die Mühe macht, Herkunft und Absichten der Kreaturen zu hinterfragen. Die zu dunklen und oft verzerrten Einstellungen im letzten Drittel geben dem Stoff den Rest.
3,5 von 10