Review

Als schlichte Antwort auf Emmerichs „Day After Tomorrow“ kommt der Katastrophenfilm von Asylum natürlich einige Jahre zu spät, auch wenn das allgegenwärtige Thema des Klimawandels mittlerweile bei jedem Genrebeitrag mitschwingt. Und weil das noch nicht der vollen Ladung entspricht, wird beiläufig eine globale Pandemie eingebunden, welche allerdings zu keiner Zeit eine tiefere Bedeutung erhält.

Während Forscher Reggie (Tom Sizemore) in der Forschungsstation in der Arktis auf sich allein gestellt ist, kann er per Funk die Wetterexperten Jill und Oscar navigieren. Ein massiver Polarwirbel dürfte einen Großteil der Erde binnen weniger Stunden in eine Eiswüste verwandeln, so dass Ecuador als eines der wenigen Ziele zum Überleben bleibt. Dorthin müssen Jill und Oscar allerdings auch das lebensrettende Serum gegen die Pandemie befördern…

Der Streifen von Regisseur Maximilian Elfeldt folgt den üblichen Grundzutaten der Billigschmiede, um von den eklatanten Mankos in Sachen Budget und technischer Ausarbeitung abzulenken: Drei parallel ablaufende Handlungsstränge, bei denen nahezu alle Protagonisten dauerhaft in Bewegung sind (den Sizemore hat man vorsorglich mit einer hochprozentigen Pulle in der Forschungsstation hocken lassen) und möglichst viele Stationen mit ebenso vielen Gefahrenquellen, während sich Halbtote noch einmal alles Gute wünschen, weil das Großereignis auf fünf vor zwölf steht.

Die Helden übernehmen natürlich auch gleich die Verantwortung für die Ampulle (es gibt nur diese eine in einem handelsüblichen Rucksack, der auch mal sorglos über zwei Meter Felsen geworfen wird), während sich die Effekte auf simple Vereisung beschränken: Bild einer Metropole ohne Eis, dann sehr dichter Dunst und dieselbe Metropole ist von Eis überzogen.
Immerhin bricht mal ein Fahrzeug ins Eis ein, wogegen an anderer Stelle bei einem schlitternden Wagen aus der Vogelperspektive ein CGI-Modell bemüht wird, welches beileibe nicht den physikalischen Gesetzen rutschiger Farbahnen folgt.

Derweil befinden sich die Dialoge auf dem schlichten Niveau grober Ausarbeitung, Sizemore scheint eh mehr zu improvisieren und tatsächlich gibt es eine Szene mit einigen Statisten in einem Flugzeug, in der nahezu jeder eine medizinische Maske trägt, - es ist ja Epidemie, obgleich nie näher hinterfragt wird, was da eigentlich grassiert. In der Zwischenzeit werden aus 30 Stunden Entfernung 30 Minuten, aus einer Fahrt über den Rand des gefrorenen Ozeans wird in der nächsten Einstellung eine kleine Bergwandertour und wer sich durch den Ausgang mit zentimeterdickem Eis graben möchte, greift praktischerweise auf ein kleines Teppichmesser zurück.

Die allenfalls mittelmäßig agierenden Mimen umfassen einige mit recht unsicherem Spiel und auch Sizemore vermittelt einen leicht bemitleidenswerten Eindruck. Die Effekte gehen unterm Strich in Ordnung, nur dass die Welt von Asylum mal wieder sehr klein und minimalistisch gehalten und eine globale Katastrophe kaum glaubwürdig umgesetzt wird. Das einigermaßen flotte Tempo und einige Schauplatzwechsel sorgen bei Trashfans für annehmbare Unterhaltung, alle anderen dürften binnen weniger Minuten eh abwinken.
4,5 von 10

Details
Ähnliche Filme