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Os (gespielt von Billy Zane) war Mitglied der Shadowmen, einer Gruppe von bösen Unsterblichen mit Superkräften. Eines Tages wird er von einer weiblichen weißen Kriegerin (mit einer Menge Hall in der Stimme) mit einem Schwert attackiert. Er verteidigt sich, verliert den Kampf und durch eine Berührung mit ihrem Schwert zeigt sie ihm das Gute in der Welt (was für eine Symbolik: er sieht ein Meer, einen Wald, eine Taube und ein Baby...). Die Shadowmen sind auf der Suche nach einer antiken Tafel, mit deren Hilfe sie ein Portal öffnen können, das die Welt zerstört. Das brauchen sie, weil sie sonst auf der Erde gefangen sind. Os kann die Tafel zerbrechen und eine Hälfte mitnehmen.

Er macht sich auf die Suche nach den Wächtern der Erde, die noch ein ganz normales Leben führen. Sie wissen noch nicht von ihrem Glück, dass sie Supermenschen mit telekinetischen Fähigkeiten sind. Wie bei Captain Planet stellen sie alle einzelne "Elemente" dar: Feuer, Wasser, Wind und Metall (ja, Metall). Os trainiert sie, um ihre Kung Fu-Fähigkeiten zu verbessern, bis sie bereit zum Kampf gegen die Shadowmen sind. Die haben derweil festgestellt, dass sie auch noch die andere Hälfte der Schrifttafel brauchen.

Die Geschichte ist aufgesetzt, einfallslos und langweilig. Obendrein wird sie auch noch total lustlos erzählt. Kampfszenen sind immer mal wieder vorhanden und alle vom Anfang bis zum Ende abwechselnd in Slow und Fast Motion. Sie sehen so unecht, leidenschaftslos und schlecht choreographiert aus, dass man schreiend auf Stop drücken will. Man merkt jedenfalls, dass die Schauspieler keinen Kampfsport können und auch mit schnellen Tempowechseln und Schnitten kann die Kamera nicht darüber hinwegtäuschen. Doch wenn es nur das wäre. Man hat das Gefühl, dass die Schauspieler aus einem Witzcasting entstammen, bei dem nur die Schlechtesten genommen wurden. Hauptdarsteller Billy Zane, auf den sich ein Großteil der Handlung konzentriert, hat keinen anderen Gesichtsausdruck drauf als ein überlegenes leichtes Lächeln. Und das selbst in größter Gefahr. Die anderen haben ebenfalls eindimensionale Charaktere, mehr hätten sie aber wohl auch nicht spielen können. Dominic Purcel spielt etwa seine bekannte John Doe-Rolle, nur ohne Wissen und mit Superkräften. Ray Jackson ist ein eingeschnappter Soldat, dessen einzige Rolle es ist, aufmüpfig zu sein. Auch die beiden anderen sind nicht besser.

Fast der ganze Film ist von einer leisen, eintönigen, rhythmischen Musik ohne Melodie unterlegt, die wohl cool klingen soll. In jedem Aldi-Kinderkeyboard sind bessere Sachen eingespeichert. Der Ton ist überhaupt eins der größten Mankos von Invincible. Wenn einer der langweiligen Dialoge besonders hervorgehoben werden soll, werden Schlüsselwörter elektronisch verzerrt und wiederholt. Die weiße Kriegerin kann nur mit sehr viel Hall in der Stimmer sprechen, während dem ersten Dialog zwischen Zane und Jackson wechselt die Kamera immer möchtegern-matrixmäßig zwischen den beiden Gesichtern und man hört ein elektronisches "Schwupp!"

Das Beste ist jedoch die niederländische DVD-Hülle, auf der groß mit Anführungsstrichen zitiert wird: "The Best Martial-Arts Action Movie Ever!!" Von wem dieses Zitat stammen soll, steht nicht darunter. Ich kann mir schon denken, warum.

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