Review
von Leimbacher-Mario
Klischeekompendium
Ein abgewrackter und tief gefallener Journalist und Atheist kommt in ein tiefamerikanisches Dorf, in dem er eine Story vermutet, nachdem ein stummes Mädchen plötzlich reden kann und mit der heiligen Maria in Kontakt zu stehen scheint. Doch als der Skeptiker tiefer bohrt enthüllt sich ihm eine dämonische, gefährliche und gut getarnte Wahrheit…
Jeffrey Dean Morgan ist für mich und jeden Film immer ein Gewinn. Seine Bodenständigkeit, Männlichkeit und Ehrlichkeit kommt auch „The Unholy“ zu Gute. Außerdem sagt der religiöse Grusler mehr über Götzen, Blender und falsche Vorbilder (*Influencer*hust*) als man meinen könnte. Doch im Grunde schneidet er dann erstens diese Themen auch nur super oberflächlich an und verkackt meiner Meinung zweitens vor allem da, wo es bei einem Horrorfilm am meisten drauf ankommt: einem Angst zu machen. Denn vor allem wenn es ans Eingemachte geht und die dämonische Gestalt auftritt, die vom Design her eigentlich gar nicht total übel ist, dann fällt jeglicher Schauermoment und jedwede Glaubhaftigkeit völlig in sich zusammen. Zurück bleiben ein Kopfschütteln über tumbe Lautstärke, schlechte Effekte und null Timinggefühl, Understatement, Stil. Sony und seine hochwertigen, aber dann doch sehr mageren Horrorfilme - siehe auch die neuen „The Grudge“ und „Flatliners“ oder den katastrophalen „Slender Man“. Echte Ausschussware.
Fazit: trotz sympathischer Darsteller und kurzphasenweise ordentlicher Schocks kommt „The Unholy“ nie aus seinem Sumpf der Durchschnittlichkeit. Oft sogar noch weniger.