Bereits 2017 begann Autor und Regiedebütant Hassan Hussein mit den ersten Umsetzungen für seinen Zombiefilm. Von daher sei ihm verziehen, den Ausbruch einer Pandemie auf einen fehlerhaften Grippeimpfstoff basieren zu lassen. Der Rest ist aus filmtechnischer Sicht eher unverzeihlich.
Als sich Jesse (Jemma Dallender) mit drei Freunden beim Campen befindet, scheint einer von ihnen am nächsten Morgen von Tollwut besessen und beißt die beiden anderen in den Hals. Während ihrer Flucht trifft sie weitere Überlebende des Zombieausbruchs und versucht sich derweil zu ihrer Mutter nach Atlanta durchzuschlagen…
Die ersten Minuten erwecken noch den Eindruck eines weitgehend durchdachten Drehbuchs. TV-Bilder einer Pandemie gehen um, Unruhen auf den Straßen und schweigsame Gesundheitsexperten bilden immerhin so etwas wie eine Grundlage. Doch mit den ersten beiden Gewalteinlagen, bei denen das Computerblut irgendwohin spritzt, während die Kamera bei Temposzenen einfach mal wackelnd hinterher getragen wird, schwinden nahezu alle Hoffnungen.
Soundtechnisch gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man erduldet die unangenehme Laiensynchro mit Fremdschämdialogen oder man bedient sich des Originaltons, der ohrenscheinlich nachsynchronisiert wurde, teils überhaupt nicht lippensynchron ist und mit natürlichen Umgebungsgeräuschen nicht viel am Hut hat. Also Pest oder Cholera.
Einzig das einigermaßen flotte Tempo während der einzelnen Stationen kann man der Chose zugute halten, eventuell auch noch das Make-up mancher Zombies, welche hier mehrheitlich flink unterwegs sind. Doch von halbwegs spannenden Einlagen erhält man allenfalls fünf Minuten taugliches Material, während viele Passagen lediglich aus Füllmaterial bestehen.
Immerhin ist die Action mit zahlreichen Einschüssen (die nicht alle aus dem Rechner stammen) noch annehmbar geschnitten und die Ausstattung mit brach liegenden Fahrzeugen und einer ausgeräumten Tanke funktioniert in Ansätzen.
Doch anstatt auf markante Nebenfiguren zu setzen, da unsere Heldin nur bedingt als Sympathieträgerin taugt, bemühen die Macher irgendwelche Youtuber. Darunter ein etwas älterer Waffennarr, der gar mit seinem Künstlernamen auftritt und sogar noch einen Querverweis zu seinem Kanal unterbringt. Folgerichtig lässt man ihn ein wenig mit diversen Waffen umherballern. Ein weiterer Videokanaleumel rennt derweil nur in der Gegend herum und wird dadurch wohl auch nicht mehr Follower generieren, während der Rest der Riege weitgehend laienhaft performt, da die Zombiestatisten deutlich motivierter auftreten.
Da mag einen Jemma Dallender, die immerhin in „I Spit on Your Grave 2“ passabel litt, schon fast leid tun, innerhalb eines solch amateurhaft wirkenden Zusammenschnitts mitzuwirken. Das ideenlose, uninspirierte Drehbuch lässt die Figuren zwar einige Stationen abklappern, doch trotz Waffengebrauchs kommt es zu keinen mitreißenden Konfrontationen. Der Score ist beinahe genauso lahm wie die üble Sounduntermalung und selbst ohne die nervtötenden Dialoge würde die Action keine Freude bereiten.
Knapp
3 von 10