Nicht nur als Langfilmdebütant möchte man allein mit dem Titel eine möglichst breite Masse ansprechen und so wich der ursprüngliche „Blindsided“ dem vorliegenden. Allerdings weist der Streifen keine Verbindung mit „Sicario“ und dessen Nachfolger auf und nicht nur das dürfte einige Genrefans enttäuschen.
Taylor (Natasha Henstridge) leitet ein Seniorenheim und ist um ihre Schützlinge besorgt, als ein übler Hurrikan erwartet wird. Inmitten des Unwetters taucht ein DEA-Agent (Costas Mandylor) mit zwei Kronzeugen auf, die gegen ein Drogenkartell aussagen wollen. Taylor bringt die beiden unter und es dauert nicht lange, bis Mitglieder des Kartells aufkreuzen…
Die Grundidee der Geschichte ähnelt John Hustons „Gangster von Key Largo“ mit Humphrey Bogart, in dem sich zwielichtige Gestalten während eines Hurrikans in einem Hotel begegnen. Was sich hier bestenfalls wie ein „Stirb Langsam“ im Pflegeheim entwickeln könnte, geizt allerdings mit der Action, denn nach einem tauglichen Einstieg fällt das Versteckspiel in der Seniorenresidenz eher lahm aus, weil der Stoff ungünstige Schwerpunkte setzt.
Anstatt die Alten etwas mehr zu involvieren und aktiv werden zu lassen, neigen die im Verlauf mehr zu glaubensbasiertem Gelaber, während die Gangster offenbar alle Zeit der Welt haben, um an einen bestimmten Code zu gelangen, von dem jeder auch nur halbwegs aufmerksame Zuschauer nach wenigen Minuten ahnt, wo dieser sich befindet.
Straßen müssen nach einem Wolkenbruch nicht zwangsläufig feucht sein, wer in einem Versteck ausharrt, kann sich auch mal entspannt in Zimmerlautstärke unterhalten und während eine Außenansicht des Gebäudes nicht viel mehr als zwanzig Zimmer vermuten lässt, ist irgendwann von rund 100 Räumen die Rede.
Abläufe gestalten sich arg formelhaft und nur selten spannend und etwaige Wendungen sind aufgrund schlechten Timings und überdeutlicher Hinweise schon weit im Vorfeld zu erahnen. Zudem kommen die Mimen kaum über Durchschnitt hinaus, einige Dialoge liegen, nicht nur aufgrund der Synchro oft weit darunter. Da mag auch der zuweilen antreibende Score nicht mehr viel richten.
Immerhin wird es trotz der erwähnten Mankos nicht komplett langweilig, da zumindest das Tempo innerhalb der knapp 83 Minuten einigermaßen konstant gehalten wird und das Szenario ab und an für atmosphärische Momente sorgt. Die simple und überraschungsfreie Geschichte und die oftmals wenig glaubhafte Action sorgen indes dafür, den Streifen rasch als nichtig abzuhaken.
Knapp
4 von 10