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Runde 4: 3 Jahre hat es bis zum nächsten Otto-Film gedauert und bis zum nächsten sollte man sich noch viel länger gedulden müssen. Freilich fand auch dieser Film wieder sein Publikum, obwohl bei „Otto – Der Liebesfilm“ die Abnutzungserscheinungen inzwischen sehr deutlich sind. Ihm und seinen Mannen fiel nichts Neues mehr ein und deswegen konzentriert man sich auf ein ständiges Problem des naiven Schwerenöters: Frauen und die Liebe.

Leider kehrt man mit diesem Film Ostfriesland endgültig den Rücken und beschließt in die Großstadt zu ziehen, was dem Film schon vorweg einiges an Substanz nimmt, da Otto immer dann am Besten war, wenn er in seiner Heimat herumblödeln konnte. Er selbst präsentiert sich 7 Jahre nach seinem ersten Leinwandauftritt immer noch in Topform und hat hier einen deutlichen Hang zu musikalischen Ausritten. Im Inneren ist er derweil der gleiche herzensgute Tollpatsch geblieben, der in jedes Fettnäpfchen tritt und Grimassen wie kaum ein zweiter schneiden kann.

Nicht nur, dass nicht jeder Gag sitzt, die ganze Geschichte um Amor (auch er selbst), seine Geliebte Tina und dem Schönheitschirugen Doktor Beyerle (Juraj Kukura) ist eine stupide Angelegenheit mit misslungenen Gags, wie zum Beispiel dem „Nasenproblem“. Schauspielerisch wird sich nicht mit Ruhm bekleckert, aber als Ottos Angebetete hätte man für die schwach und gekünstelt spielende Jessika Cardinahl sicher einen besseren Ersatz finden können.

Da es an Originalität mangelt, wärmt man viele alte Späße Ottos auf. Die amüsieren zwar immer noch, haben aber längst nicht den Effekt auf das Zwerchfell, wie in den ersten beiden Filmen. Einfälle wie das Fechtduell sind pointless, während der finale TV-Auftritt an Dämlichkeit kaum noch zu unterbieten ist. In einer extrem peinlichen und unlustigen Inszenierung muss sich Otto als Jüngling präsentieren, um den bösen Buben ins Handwerk zu pfuschen.

Für Otto-Fans geht sein bis vorletzter Film gerade noch als „amüsant“ durch. Der Gute kann immer noch wie zu seinen besten Zeiten blödeln und legt eine ordentliche Performance auf das Parkett, muss sich aber einem schwachen, ideenlosen Drehbuch geschlagen geben. Das Thema war einfach von den vorherigen Filmen aufgebraucht.

Fazit:
Mittelmäßiger Otto-Streifen, bei dem nur der Bärenmarke-Bär einen richtigen Treffer landet. Ansonsten herrscht ein Sturm im Wasserglas, der kaum gute Gags bietet, seinen Star verschenkt und vor allem in den Nebenrollen viel zu albern daher kommt. Eher was für die beinharte Fan-Fraktion oder Komplettisten.

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