Review

Gingen ein Schwede und ein Mexikaner auf ein Abenteuer...

Inszeniert von einem Bewunderer Sergio Corbuccis, gespielt von Franco Nero im spektakulären Duett mit Eli Wallach, vertont von Ennio Morricone, aufgenommen an tollen Schauplätzen, ausgestattet mit einem soliden Budget, einer satten Laufzeit, grandiosen Massenszenen und einem hohen Bodycount - was klingt wie ein später Klassiker des Italo-Western mit mexikanischer Prägung ist leider im Laufe der Jahrzente etwas untergegangen. Es wird also Zeit das Abenteuer des schwedischen Pinguins und des mexikanischen Banditen neu oder wieder zu entdecken. Der Film beginnt mit einem klassischen Showdown zwischen Nero und Wallach, oder zumindest den Momenten vor dem Revolverduell. In einer langen Rückblende bekommen wir nun erzählt, wie sich die beiden recht unterschiedlichen Herren kennengelernt haben und was für ein krachendes Abenteuer sie an diesen Punkt des scheinbaren No Return geführt hat...

"Companeros" kann man sich als Mischung aus "Django" und "Zwei glorreiche Halunken" vorstellen - was ebenfalls Fans des Westerngenres aufhorchen lassen sollte. Ohne ganz an diese Klassiker heranzureichen hat mich der Ritt in die mexikanische Revolution prächtig unterhalten. Vor allem das Titellied ist ein Ohrwurm und Must Hear. Das kann man nicht oft genug hören und man bedauert dessen inflationäreres Auftreten nicht. Doch das Abenteuer um die zwei Westernmachos hat noch genug weitere Argumente in seiner Kerbe. Wie wäre es mit einer blutjungen Iris Berben mit Kurzhaarfrisur und revolutionärer Wut im Bauch? Zumindest der Männerwelt dürfte jetzt kein Gegengrund mehr einfallen. Desweiteren greift Nero mal wieder zur tragbaren Gatling und scheint im Godmode unterwegs zu sein. Sein "Schwede" ist ein brutaler Windhund, der sich kongenial mit Wallach die Patronen zuwirft und der erst ganz am Ende den wahren Helden in sich entdeckt. All das lässt mich um eine Empfehlung nicht herumkommen. Selbst wenn er trotz epischem Feeling nicht an Corbuccis Zenit und seine Vorbilder herankommt.

Fazit: ein zu unrecht weitestgehend vergessener Spaghetti-Schnitzel-Western mit einem grandiosen Herrenduo, einem der besten Titeltracks überhaupt und genug Einschusslöcher für einen staubigen mexikanischen Käse. Und wen die junge, bezaubernde Iris Berben nicht überzeugt, der sollte mal seine Libido überprüfen!

P.S.: nur die deutsche Klamauk-Synchro geht meiner Meinung nach meist etwas zu weit, wird zu plump, zu blöd, sodass ich persönlich die OV mit besserer Balance aus Härte und Witz vorziehe. 

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