Mittlerweile selten gewordenes Beispiel eines (Gangster)Thrillers, ohne wirkliche Stars in der Besetzung und zudem mit der erhöhten Altersfreigabe des Category III, welches ein Publikum unter 18 Jahren entsprechend ausschließt. Gedreht von Lee Cheuk-Pan, welcher seit längerem als Assistant Director, aber auch da nicht wirklich ausgiebig unterwegs war und kurz zuvor das Debüt G Affairs (2019) gestemmt hat, und inszeniert nach einer Erstlingsschrift, wurde dem Film nicht nur wegen dem ungünstigen Starttermin – nach den ersten Öffnungen der Lichtspielhäuser im Sommer 2020 wieder – auch an den Kinokassen kein entsprechender Erfolg für den Einsatz wenigstens zuteil, blieb man in den Niederungen der Rangliste stehen und wurde leider schnell wieder aus der Öffentlichkeit verabschiedet:
Nach dem Tod von 'The Don' [ Melvin Wong ] ist das von ihm zuvor geführte Syndikat im Machtkampf um die Vorherrschaft zwischen Uncle Vulcan [ Eddie Chen ] und Tempest Fuyu [ Kenny Kwan ] verstrickt. Als nach mehreren Jahren Abwesenheit plötzlich die von 'The Don' als Adoptivtochter aufgezogene Rain Fuyu [ Irene Wan ] auftaucht, ändert sich das Gefüge stark, auch für die junge Snow Fuyu [ Hanna Chan ], die illegitime Tochter von 'The Don'.
Eine Beerdigungszeremonie bei plätschernden Regen, schwarze kalte Nässe, die sich über und durch die Beteiligten ausbreitet, die Szenerie des Todes, in dem der 'Vorstand' der Gruppierung gerade von der Welt gegangen ist, aber schon der Machtkampf und die Frage nach der Herrschaft, der der rechtlichen, der der gottbestimmten oder der der Skrupellosigkeit und Ausnutzung der Brutalität ausbricht. Teilnehmer aus aller Herren Länder haben sich an diesem unwirtlichen Ort versammelt, es wird geredet und es wird getuschelt und schnell auch Pläne gemacht und die fortwährend dreht sich die Spirale der Gewalt. Waffen sind gezogen, bedrohliche Ankündigungen gemacht und Claims und Grenzen abgesteckt.
HK hier als düsterer und fröstelnder Ort, als Industrieviertel, als Platz der Geschäftemacherei im großen Stil, in den Farben entschlackt, in den Tönen gedämpft, die positiven Emotionen verschluckt. Die Regie erzählt das bekannte Szenario in Bruchstücken, mit Andeutungen und möglichen Vorwegnahmen schon zu Beginn, mit Cliffhangern in den ersten Minuten, mit eher artifiziell wirkenden Bildern, in denen seltsame Räume die Kulisse für ebenso seltsame Kommunikation und Interaktion stellt und die Darsteller teils bemüht bis eingerostet bis überfordert wirken. Der Film ist nicht streng chronologisch, verzweigt sich vielmehr in Rückblenden, in Erinnerungen, in Zwischenschritten und in Halluzinationen, überzeugt durch einzelne prägnante Bilder, die eher auf bspw. den koreanischen Believer – (das Drug Wars Remake, inklusive einer Schießerei in einem grünstichigen Drogenlabor, bei dem zusätzlich zu dem Kugelhagel noch Stichflammen aufgrund der im Schusswinkel stehenden Chemikalien ausbrechen) – verweisen als lokale Triadenepen. Szenen wie eine Geschäftsverhandlung mit Codewörtern in einem belebten Straßencafé und dem anschließenden Auto'unfall' eines der Beteiligten sind nicht gänzlich ohne Wirkung, funktionieren aber eh nur durch das Ende der Einstellung, in diesem Fall dem blutigen Mann auf der Straße als dem Aufbau und den Weg bis dahin. Innenaufnahmen scheinen die meiste Zeit recht theaterhaft, zudem kommt eine überbordende Sexualität, die gleichzeitig viel andeutet und im Grunde (landestypisch) nichts zeigt.
Produziert von u. a. dem Major Emperor Film Production Company Limited verfügt man dabei zumindest den Anschein nach über einen durchaus soliden Finanzrahmen, oder hat gut vorgetäuscht, geht es mittig bspw. auch auf einen Ausflug nach Thailand in das Goldene Dreieck dort, natürlich mit einer Waffen-bewehrten Konfrontation mit einem Heroindealer; wobei die Optik aber nicht verhindern kann, dass man sich hier je nach Augenblick in einer a) zu breit ausgewalzten Kurzgeschichte oder b) in einer rapide verkürzten Spielfilmfassung einer Serie oder c ) in einem stark zensierten und damit verkappten Sexploitation-Reißer bzw. dessen Softfassung befindet. Das Ganze hat kein Fluß und kein Rhythmus, erlaubt keinen richtigen Zugang oder macht dies dem Zuschauer zumindest sehr schwer. Drogennebel, Wahnträume, Voodoorituale, Nekrophilie, inzestuöses Begehren, surreale Horrorsprengsel, Undercoverplots, Gangwar, Psychosen, ein Restaurantmassaker, eine Brandkreuzigung, ein 'Kaiserschnitt', alles drin, nichts richtig dran, manches zu viel des Guten und manches schlichtweg verkehrt.