Review

"Pagglait": Zwischen Tränen und Freiheit

Pagglait ist eine warmherzige Tragikomödie, die viel über familiäre Zwänge, gesellschaftliche Erwartungen und die stille Rebellion einer jungen Frau erzählt. Sanya Malhotra spielt die Rolle der Sandhya wunderbar zurückhaltend und gleichzeitig mit einer stillen Entschlossenheit, die ihren inneren Wandel glaubhaft macht. Der Film punktet vor allem mit seinen scharf gezeichneten Nebenfiguren, dem realistischen Blick auf indische Familienrituale und einem Humor, der nie aufgesetzt wirkt.

Doch trotz seiner starken Momente verliert sich die Geschichte stellenweise in Wiederholungen. Manche Konflikte werden nur angedeutet, ohne wirklich Konsequenzen zu zeigen. Auch hätte der Film mutiger sein können, wenn es darum geht, Sandhyas Emanzipation stärker zu inszenieren – so bleibt vieles im Subtext stecken. Die Inszenierung ist ruhig, die Dialoge oft pointiert, aber nicht jeder Nebenstrang trägt etwas zum Kern der Handlung bei.

Am Ende ist Pagglait ein Film, der berührt, ohne zu überfordern. Er wirft wichtige Fragen über Selbstbestimmung und gesellschaftliche Rollen auf, bleibt aber in der Umsetzung manchmal zu vorsichtig. Wer subtil erzählte Familiengeschichten mag, wird sich gut unterhalten fühlen – ein kleines, ehrliches Drama mit Herz, das mehr andeutet, als es erzählt.

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