"Cruella", die Vorgeschichte zu "101 Dalmatiner" (1961), überrascht als eher untypischer Disneyfilm, der sich vor allem an ein erwachseneres Publikum richtet. Die Geschichte ist toll erzählt und das Ergebnis um Klassen besser, als die Realverfilmung "101 Dalmatiner" von 1996, geschweige denn dessen Fortsetzung. Von der Geschichte und der Inszenierung her sind tatsächlich viele Parallelen zum etwa zeitgleich gedrehten großatrtigen Mystery-Horrorfilm "Last Night in Soho" zu erkennen. Beide Filme spielen im London der 1960/70er Jahre, besitzen einen ähnlichen, mitreißenden Soundtrack und es geht um eine Modeschöpferin, die sich als junge Frau größtenteils allein in der für sie neuen Stadt zurechtfinden muss. Der verstorbene Mutter, der in beiden Filmen in der Vorstellung begegnet wird, wird von den eigenen Erfolgen berichtet, und in dem Moment, wo eine bestimmte Identität aufgedeckt wird, kommt es zum Brand eines Hauses. "Cruella" erschien aber tatsächlich etwa ein halbes Jahr vor "Last Night in Soho" in den Kinos. Auch qualitativ steht "Cruella" dem Werk von Edgar Wright kaum nach. - Fantastischer Film, der Kult-Bösewicht Cruella de Vil ein Denkmal setzt, für Kinder aber frühestens ab dem 10. Lebensjahr zu empfehlen ist. Man darf gespannt sein, ob die geplante Fortsetzung das Niveau halten kann.