Der weiße Riese, das bestätigt ein flüchtiger Blick aufs Cover, reinigt nicht etwa Wäsche im großen Stil, sondern sorgt für rot gefärbtes Meerwasser, wie es einst Steven Spielberg in die Wege leitete. Ein wenig wird hier „Open Water“ mit Genrevertretern wie „Shallow Ground“ vermengt und an frischen Ideen scheint Regisseur Martin Wilson eher weniger gelegen.
Pilot Charlie (Aaron Jakubenko), Freundin Kaz (Katrina Bowden) und Koch Benny (Te Kohe Tuhaka) geleiten ein japanisches Paar mit dem Wasserflugzeug auf eine Insel. Hier finden sie eine Leiche, vermutlich Opfer eines Haiangriffs. Während ihrer Suche nach weiteren Opfern finden sie ein gekentertes Boot, kurz darauf wird ihr Flugzeug von einem Hai attackiert und sinkt. Rasch können sich die fünf auf ein Gummifloß retten, doch das nächste Ufer ist über 100 Meilen entfernt…
Die malerische Kulisse in Australien sorgt für trügerische Urlaubsidylle und mit den Hauptfiguren in Form eines jungen dynamischen Paares rücken zwei Protagonisten in den Fokus, die ihr junges Glück in einigen Monaten mit Nachwuchs krönen werden und allenfalls mit leichten finanziellen Problemen zu kämpfen haben. Derweil hat es Benny augenscheinlich auf die Japanerin Michelle (Kimie Tsukakoshi) abgesehen, was deren Mann (Tim Kano) merklich missfällt, - da sind weitere Konflikte vorprogrammiert.
Nach dem gesunkenen Wasserflugzeug ereignet sich zunächst nicht allzu viel. Man versucht in Richtung Strömung zu paddeln und das restliche Trinkwasser zu rationieren, während immer mal wieder jemand unfreiwillig von Bord geht, um anschließend einen Wettkampf gegen die Zeit zu bestreiten, was grundlegend die Höhepunkte eines jeden Haihorrors markieren. Die grundsolide Kamera, wahlweise halb im Wasser, teils an der Seite des Schwimmenden sorgt mithilfe des guten Timings für einige spannende Einlagen, wobei der Hai nicht grundsätzlich zu sehen ist.
Jener ist zumeist mit praktischen Effekten in Szene gesetzt, nur selten sind etwas schwächere CGI auszumachen, wobei der Blutgehalt eher gering ist, denn infolge einer FSK16 sollte man nicht mit drastischen Szenen abgetrennter Gliedmaße rechnen. Gegen Ende dreht der Stoff noch einmal merklich auf und involviert einige gelungen inszenierte Tauchszenen, wobei die Kulisse eines alten Schiffswracks durchaus gelegen kommt.
Indes hält sich der Score angenehm zurück und überlässt den natürlichen Umgebungsgeräuschen mehr Raum. Die Soundkulisse ist durchaus stimmig, vor allem die Unterwasserklänge entfalten eine ordentliche Dynamik.
Den Darstellern wird insgesamt nicht allzu viel abverlangt, physische Strapazen werden eher durchs Make-up gekennzeichnet und doch performt ein jeder überzeugend genug, um zumindest partiell ein Mitfiebern zu generieren.
Dennoch hält sich jenes in Grenzen, denn allzu viel Abwechslung wird letztlich nicht geboten, einige Vorgänge gestalten sich recht vorhersehbar und der Hai taucht zwischendurch etwas zu lange ab. Genrefans können trotzdem einen Blick riskieren, denn das passable Tempo, die gelungene Inszenierung und einige spannend gestaltete Angriffe halten einigermaßen bei Laune.
Knapp
6 von 10