Review

Otto Waalkes spielt sich selbst und erzählt die Geschichte, wie er mit einem Ozeandampfer von Deutschland nach Amerika gefahren ist, an Bord als blinder Passagier verfolgt wurde und anschließend sogar das Ruder in die Hand genommen hat.

Auch wenn Otto seit zehn Jahren nur noch recycelte und verbrauchte Gags wieder aufwärmt ist er einer, wenn nicht der populärste und beliebteste deutsche Komiker, der es immer wieder aufs Neue schafft auch jugendliche Fans für sich zu gewinnen. Und nachdem seine letzten Filme kommerziell überaus erfreuliche Resultate erzielen konnten, war es nur eine Frage der Zeit bis der Ostfriese wieder einen Film in die Kinos bringt und der Film ist definitiv Otto pur. Otto ist gut gelaunt wie eh und je und brilliert wie immer durch seinen unnachahmlichen Blödelhumor. Ein paar Gags laufen wie immer ins Leere und auch beim Timing leistet der Vollblutkomiker immer noch stümperhafte Arbeit, aber ein paar hervorragende Gags gelingen ihm dann doch, auch wenn seine übertrieben blöde Art stellenweise etwas zu naiv wirkt. Eva Hassman, die bisher nur in belanglosen deutschen TV-Produktionen spielte und nur mit Nebenrollen ins Kino kam, spielt überaus schwach und wirkt absolut unecht in der Rolle der Agentin, die sich in Otto verliebt. Ihr Part ist absolut überflüssig, zumal sie nicht einen Lacher auf die Reihe bekommt und zudem nerven ihre Stimme und ihre Betonung wie bei einer schlechten Synchronisation. Reiner Schöne, der mit "Matlock", "Raumschiff Enterprise" und "McGyver" auch in den USA erfolgreich war, macht sich als Kapitän ganz gut und liefert ebenfalls ein paar Lacher. Der restliche Cast ist durchwachsen.

Regisseur Edzard Onneken, der zuvor lediglich diverse TV-Serien, wie z.B. ein paar Folgen von "Gute Zeiten, schlechte Zeiten"hervorbrachte, inszeniert den Film ganz ordentlich. Er setzt seinen Hauptdarsteller ganz gut in Szene, bringt die Gags aber oft zum falschen Zeitpunkt. Die Filmmusik passt ziemlich gut, auch wenn bei dieser Blödel-Komödie überhaupt keine Atmosphäre aufgebaut werden kann. Die Kulisse setzt er hervorragend in Szene, die Ausstattung ist ebenfalls top und die Effekte sind für eine deutsche Komödie auf jeden Fall respektabel. Damit holt er aus seinem Budget einiges heraus, lässt bei dieser äußeren Opulenz aber außer Acht, ein Wohlgefühl aufzubauen und seine Komödie sympathisch zu gestalten und dies wäre in diesem Fall wesentlich wichtiger gewesen. Zuletzt hält er das Erzähltempo recht hoch und sorgt dafür, dass die schwache Story nur wenig Leerlauf produziert und liefert damit eine unterhaltsame und kurzweilige Komödie ab.

Dass auch dieser Otto-Film nicht unbedingt durch seine starke Story beeindrucken kann war ja im Vorhinein schon klar, dass es aber wirklich so schlimm werden kann, nicht. Die Handlung ist einfach nur dämlich und es wäre wohl besser gewesen, wenn man erst gar nicht versucht hätte, einen Ansatz von Handlung in den Film einzubauen, denn so nervt sie von der ersten Minute an. Die Wendungen werden zum Ende hin immer blöder und niveauloser und darüber hinaus nervt die aufgesetzte Love-Story mit der schwachen Eva Hassman.

Fazit:
Auch wenn die Trefferquote bei den Gags alles andere als hoch ist und die Story der letzte Müll ist, ist "Otto - Der Katastrofenfilm" eine solide, kurzweilige Komödie mit einer akzeptablen Inszenierung und einem starken Otto Waalkes.

58%

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