Review

Wildschweinwahnsinn


Ein Wildschweinmonsterfilm aus Australien von 1984?! Der soll gut sein?! Ein Klassiker seines Subgenres sogar?! Das war schwer zu glauben... Aber oh boy, oh boy, lagen hier die Tippgeber mal sowas von richtig... „Razorback“ erzählt von einem riesengroßen, tödlichen Wildschwein, das schon seit Jahren legendär durch die Wildnis von Down Under streift und seine Opfer fordert. Als eine amerikanische Reporterin abhanden kommt, reist ihr besorgter Ehemann nach und macht sich auf die Suche - und trifft dabei nicht nur auf unwohlgesinnte Bewohner des Outbacks, sondern auch auf das brachiale Borstenvieh...

„Razorback“ ist ein Australier durch und durch. Sengende Hitze, brütende Sonne, Schweiß und ansässige Tiere wie Kängurus oder Capybaras überall. All das macht schonmal Eindruck und sorgt für einen eigenen Charakter, hebt den ungewöhnlichen Tierterror von anderen Vertretern seiner Zunft ab. Dass man das Riesenschwein nur spärlich bis nie in voller Pracht sieht, trägt eher zur Bedrohung und Mythosbildung bei anstatt zu enttäuschen. Der Score ist sphärisch, das Viech ist gespenstig und mächtig, die redneckartigen Bewohner sind ebenfalls recht gruselig und bedrohlich, könnten manchmal gefühlt auch Mad Max gegenüberstehen. Doch die größte Stärke von „Razorback“ sind seine Bilder. Atmosphärisch, hübsch, dicht, düster. Von einem riesigen Skelettmonster (entstanden im Wahn) bis hin zu den Lichtsetzungen und Nebelschwaden, unterkühlt und hitzig zugleich. Das kann man große Kunst nennen und ist alles andere als erwartbar bei einem Vertreter dieser Untergattung. Aber gerne genommen/gesehen. Sehr gerne. Kleine Kritikpunkte: manchmal wirken Handlung und Schnitt etwas sprunghaft und unübersichtlich und unorganisiert, was aber sogar die Verunsicherung und ganz spezielle, alptraumhafte Aura nur noch unterstreichen kann. 

Fazit: was für ein überraschend hübscher, schwitziger, fast schon apokalyptischer und absolut toller Reisser aus Down Under. Als ob man „Boar“, „Dust Devil“, „The Road Warrior“ und „Wolf Creek“ in einen Mixer wirft und mal richtiges schön vermengt. Pumba goes wild! Australiens Aushängeschild in Sachen Creature Feature und einer der besten Tierhorrorhappen überhaupt! Unbedingt entdecken. 

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