Na, auch ob des dumm-debilen Titels anlocken lassen? "Splatter Farm" das klingt nach einem reißerischem amateurhaftem Blutbad wie man es von "Violent Shit" her kennt. Nun, dem ist nicht ganz so. Während bei dem einen wirklich die Konventionen des guten Geschmacks durch zahllose Gore-Eskapaden der niedersten Art gesprengt werden, sind es hier eher menschliche Tabus die gebrochen werden (versucht zu wollen).
Das Gott sei Dank eher kurze (75 Minuten) "Vergnügen" dreht sich um - daher der Orginaltitel - einen degenerierten Haufen Menschen. Zwei etwas hirnlose Brüder, Zwillinge, besuchen ihre siebzig Jahre alte Tante auf ihrer Farm. Unglücklicherweise (?) verlor sie ihren Mann durch einen Axthieb in den Kopf; der Körper lagert in einem Schuppen, die hilfreiche Hand ihres Mannes immer noch bei sexuellen Bedürfnissen gut. Ihr einzige leibliche Zuwendung ist Jeremy, der in einem Wohnwagen in der Nähe lebt, aber auf dem Hof mit hilft. Ihre Sexlust ist dennoch unersättlich. Was aber weder Doof&Doofer mit der frivolen Tante wissen: Jeremy ist nekrophiler Kannibale, der durch die Wälder streift um seinen Gelüsten nachzugehen.
Bluttechnisch nicht ganz so krass wie es sich anhört, dennoch den ein oder anderen kruden Effekt hat der Film schon. Neben einer anfänglichen Zerstückelung mit einer Axt - wo der Mörder sich dann die Hand nimmt und mit dieser dann seine Genitalien massiert - kommen einige fiese Morde und Nekrophilie Szenen vor, die auf Grund der sehr billig aussehenden Puppen weniger schockierend sind - hier eher etwas lachhaft wie die gezwungene Provokation allgemein. Die blutigen F/X sind eher niederstes Amateurniveau und erreichen auch nicht die "Klasse" eines Schnaas. Richtig schön billig (rosa Blut...) aber effektiv.
So ist auch der Rest des Filmes eher belanglos. Vor allem die extreme Unfähigkeit nur einigermaßen augenfreundlich die Sets zu beleuchten nervt; grellendes Weiß übertüncht die stellenweise recht stimmigen Szenen. Annehmbare Musik, wenn auch durch die plumpen Schnitte nicht immer zusammenhängend, schafft ein wenig Atmosphäre - was man von Dramaturgie und Aufbau nicht sagen kann. Dahin plätschert alles, ohne Höhen mit vielen Tiefen. Die beiden Zwillinge reden so einen Dünnschiss, da ist man froh das der eiskalte Jeremy so stumm vor sich dahin grimmt. Und Oma, die kann reden wie sie will doch bitte erspare man uns ihren sexuellen Übergriffe auf die 20jährigen. Jajaja, Sex mit Leichen, "Sex" (eher Vergewaltigung) mit dem einen Neffen, Jeremy wixend beim Tische, mit menschlichen Händen und Köpfen und der übliche Fäkalhumor wie ein Selbstanschiss und Kotze schlabbernde Katze sowie eine Vergiftung von Kindern (einer Zeugin Jehovas) - so gehört sich das für extrem abgefuckte Trash-Gülle. Den Zacken auf der Krone sitzt der abgedrehte Schluß drauf, in der Jeremy auf sehr eindrucksvolle Art und Weise mit der Oma abräumt, indem er ihr einen Böller wo reinschiebt und nachdem die Puppe explodiert ist nackig durch die Wiesen springt - begleitet vom teilweise mächtig verspieltem Synthi Geklimper.
Viel Zeit zum Dreh ließ man sich wohl nicht, ob Szenen mehrmals gedreht wurden? Stellenweise werden sie jedoch extrem in die Länge gezogen ohne das es einen Sinn für die Handlung hätte. Darsteller marschieren ziellos durch die Fauna oder die komplette Zubereitung eines Mahl ist zu sehen - nicht wirklich interessant. Auch sonstiges wie Kamera oder Schnitt sind auf unterstem Niveau, wenn sich auch zumindest etwas Mühe gegeben hat. Insgesamt sieht es aber sehr billig produziert aus. Die Farm besteht eher aus Außenanlagen und ein paar Räumen drinnen als einer wirklichen Kulisse.
Trotz der kurzen Spielzeit kommt oft Langeweile auf. Die lahme und langatmige Inszenierung, kaum spannend, sehr zäh und atmosphärisch nur sonderbar, ist nur für eingefleischte Freunde seltener bizarrer Filme interessant. Ein seltsames Stück Trash, da hatte "Die Teuflischen von Mykonos" mit ähnlichem aufwartend mehr Spaß gemacht.