Review
von Leimbacher-Mario
Werwolfballade in schade
„Bloodthirsty“ erzählt von einer bekannten Musikerin, die mit ihrer Partnerin aufs Land zu einem bekannten und ziemlich seltsamen Produzenten fährt, um ihrem nächsten Album einen neuen Dreh und den letzten Schliff, wortwörtlich ein wenig mehr Biss zu geben. Seit Wochen wird sie schon von animalischen und blutigen Alpträumen geplagt. Und während der einsamen Produktion ihrer neuen Platte erfährt sie, was es mit diesen auf sich hat und was wirklich in ihr steckt…
„Bloodthirsty“ ist keine schmerzhafte 3 von 10. Es ist kein Vollrotzfilm. Er ist hochwertig gefilmt, solide gespielt, es wird ein wenig auf menschlichem Fleisch herumgekaut und das Werwolfthema hält immer eine Menge Interpretation sowie interne Charakterentwicklungen bereit. Egal ob Teenager oder Popstars, egal ob lesbisch oder hetero, egal ob vegan oder Fleischfan. Ein paar Songs (gesungen von der Protagonistin) sind auch noch nett, emotional, sensibel. Doch das Grundgefühl bleibt: „Bloodthirsty“ bietet einfach viel, viel zu wenig. Es passiert kaum etwas. Die Inhaltsangabe sagt schon alles. Man hat das Thema einfach schon x-mal durchgekaut. Meist besser. Und es fehlt ein ordentlicher Payoff und Höhepunkt. All das verhageln mir Wertung wie Sehspass. Humor, gute Effekte oder Masken, Kurzweile - alles sucht man hier echt vergebens. Spannungs- wie ideenarm. Und das zieht selbst den kompetent gemachtesten Film in echte Untiefen.
Fazit: nett anzusehende, aber im Grunde arg lahme Werwolfstory. Kein „Raw“. Nichtmal „Teddy“. Einfach viel, viel zu wenig. Kanadischer Einheitsbrei, der sich selbst auch viel zu ernst nimmt und eigentlich ein inhaltliches wie intellektuelles Fliegengewicht ist. Umgehen.