Review

(Sc)Hall und Rauch


„Hall“ erzählt von mehreren Schicksalen in einem vollbesetzten Hotel, während ein tödlicher und höchst aggressiver Virus ausbricht und vor allem eine Mutter und ihr Kind zum drastischen Überlebenskampf zwingt… Für eine Gurke wie „Hall“ ist es nicht gut, dass ich nun einige Wochen Pause eingelegt habe, was Kritikenschreiben betrifft. Denn selbst ohne verstreichende Zeit kann man sich an diesen seichten Seuchenreisser kaum erinnern. Ich versuche dennoch in Worte zu fassen, warum ich ihn „damals“ als den mit Abstand schwächsten Beitrag des Hard:On:Line-Festivals deklarierte und ganz weit in den Hinterkopf schon…

Dabei kann das Setting durchaus was - zwischen Klaustrophobie, Aktualität und häuslicher Gewalt, zwischen dem Mutter- und Überlebensinstinkt der Frauen und einem tödlichen Virus. Die Darsteller fallen nicht total negativ auf und wenn man momentan Menschen schwer Luft bekommend dahinsiechen sieht, hat das natürlich schon ein schockierendes und (seinem Genre dienliches) wirksames G'schmäckle. Und dennoch funktioniert oder gar fasziniert „Hall“ auf keiner Ebene. Szenen ziehen und wiederholen sich fragwürdig. Es gibt kein lohnenswertes Finale und kaum spürbare Charakterzeichnung. Auf immerhin spannende Einzelszenen muss man nicht hoffen. Auf eine Auflösung noch weniger. Wirklich fies, eklig oder brutal ist hier nichts. Alles wirkt wie ein Lückenbüßer auf unterem TV-Niveau ohne Esprit, Ideen oder wirklich Lust. Als ob ein Hotel und ein paar unterklassige Darsteller und Make Up-Artisten gerade frei gewesen wären, das Thema aufzog und man nahezu ohne Script einfach mal drauflos geschossen hätte. Das ist Zeitverschwendung. Kein „The Sadness“. Kein früher Cronenberg. Kein „Contagion“. Nichtmal ein „Songbird“ - und das sollte Warnung genug sein! 

Fazit: einer der schwächsten Pandemie- und Virusfilme, den ich je gesehen habe. Und ohne aktuellen Schockbonus und Zeitgeist sogar nochmal egaler. Absolut nichtssagend, unnütz, blass. Braucht kein Mensch - wie Corona! 

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