Review
von Leimbacher-Mario
Die Zukunft ist jetzt
Wie eine fette, plakative Mischung aus „Edge of Tomorrow“, „World War Z“, „Battle: Los Angeles“ und „Terminator: Salvation“ kommt dieser 200 Mio.-Amazon-Heimkinobuster rüber. Immer im Hirnausniemandsland zwischen top Entertainment, Hochglanztrash und blassem Baller-Baller-Fast Food. Eine Ex-Militär und nun Biolehrer wird mit vielen anderen „Helfern“ von Menschen aus der Zukunft rekrutiert, um ihnen dort bei einem Kampf gegen außerirdische Monster zu helfen…
„The Tomorrow War“ passt in die heutige Zeit. Sowohl positiv wie negativ. Die Effekte und das Design der Monster (das ein wenig an „A Quiet Place“ oder „Cloverfield“ erinnert) können sich sehen lassen, sind die meiste Zeit definitiv Champions League. Der Score von Lorne Balfe kann sich ebenfalls hören lassen, Chris Pratt trägt den Film generisch und emotional recht oberflächlich aber grundsympathisch. Es werden etliche Komponenten aus bekannten Hits gefühlt nahezu computergeniert zusammengewürfelt und mit einer gar nicht mal allzu unauffälligen Message garniert, in der wir Menschen von heute gegen eine unvorstellbare, zerstörerische Macht von morgen kämpfen und Opfer bringen müssen. Klimawandel lässt grüßen. Und es gibt einen vollkommen bescheuerten, deutlich trashig anmutenden und endgültig alles über Bord werfenden letzten Abschnitt, der einen extrem den Kopf schütteln und die Stirn rumpfen lässt, selbst wenn man sich bis dato eigentlich recht ordentlichen auf Autopilot berieseln hat lassen. „The Tomorrow War“ hat also Schatten- wie Sonnenseiten, ist für mich weder das Sci-Fi-Action-Brett, was manche in ihm sehen noch die Totalgurke, die den Untergang Hollywoods einläutet, die andere in ihm sehen. Eine ordentliche Portion Härte a la „Starship Troopers“ hätte ihm vielleicht noch gut getan. Mehr ruhige Momente und Nachdenken hätten sicher auch gut getan. Dafür bleibt das ein oder andere „Bild“ wie die allererste, fehlnavigierte Ankunft im zukünftigen Kriegsgebiet Miami oder der letzte Shot auf der „Bohrinsel“ positiv im Kopf.
Fazit: auch wenn spätestens im letzten Viertel fast gar nichts mehr Sinn macht und man sich eher auf „Fast & Furious“-Niveau befindet was Logik und Ernsthaftigkeit betrifft - die meiste Zeit unterhält „The Tomorrow War“ für seine Ziele schon solide. Mehr jedoch nicht.