Eine Gruppe von jungen Rangern begibt sich in ein Bergwäldchen, um dort neben der Arbeit ein wenig Spaß mit ein paar mitgenommenen Mädchen zu haben, doch der Spaß ist bald vorbei als ein Mörder die Gruppe dezimiert und sie zum Überlebenskampf zwingt.
Ich war grad etwas überrascht wie gut "Angst - Das Camp des Schreckens" hier in der OFDB abgeschnitten hat, weil mich der Film nicht so sehr überzeugt hat, aber lest selbst.
Ein Backwood-Slasher braucht keine tiefgründige Story und so beschränkt sich der Film auf eine kurze Einleitung, in der knapp die Figuren mit dem Zuschauer bekannt gemacht werden und dann geht es auch schon in die Wälder, wo man sich etwas amüsiert bevor es ans Eingemachte geht. Das wäre im Grunde keine schlechte Basis für ein Geslashe, bei dem man mit den Figuren wahlweise mitfiebert oder ihnen den Tod wünscht, aber irgendwie trifft nichts von beidem zu, weil die Charaktere einfach zu belanglos ausgefallen sind. So wird zwar gearbeitet, gefeiert und geknattert, aber ans Herz wachsen einem die Personen nie und es ist einem egal, wer noch um sein Leben kämpfen darf und wer nicht, was besonders schade ist, weil das schauspielerische Potential durchaus vorhanden wäre für tiefsinnigere Figuren, denn es befindet sich unter anderem eine junge Daryl Hannah unter den Akteuren. Eine kleine Ausnahme stellt die von Joe Pantoliano dargebotene Rolle dar, denn sie hebt sich aus der Truppe hervor, verhält sich aber nicht immer ganz nachvollziehbar und verschwindet zudem ziemlich früh von der Bildfläche. Am Ende gibt dann eine Miniüberraschung, die aber nicht ausgekostet wird, denn hier endet der Film recht zügig.
Die Darstellung der Morde beschränkt sich auf Andeutungen und ausgeweitete Brutalitäten vor der Kamera gibt es nicht. Das blutigste hierbei ist die Tötung einer Person während des Liebesaktes (das darf eigentlich in keinem Slasher fehlen), wobei die Explizität vergleichbarer Streifen nicht erreicht wird.
Gut gewählt ist der Schauplatz des Bergwaldes, der zudem stimmig von der Kamera eingefangen wurde. Hier gibt es neben der baumreichen Flora Flüsse, Hügel, Abhänge und Hütten, die für optische Vielfalt sorgen und auch die Geräusche voller Geplätscher, Insektenlaute und rauschender Winde (wobei, wenn man genauer hinschaut meist gar kein Wind durch die Baumkronen weht) verbreiten eine stimmige Natursoundkulisse. Diese wird noch dadurch verstärkt, dass sich die musikalische Untermalung über die gesamte Laufzeit recht rar macht.
Insgesamt ist "Angst - Das Camp des Schreckens" ein nur stellenweise geglückter, meist jedoch belangloser Backwood-Slasher, der aus dem durchaus vorhandenen Potential viel zu wenig herausholt und trotz der kurzen Laufzeit Längen aufweist.