Review

Einer der zahlreichen Filme im Gefolge der Backwood-slasher-welle ist diese zurecht wenig beachtete US-Produktion, die es unter anderem Namen auch schon auf einen hinteren Sendeplatz bei einem Privatsender schaffte.

Der Film beginnt mit einem Pärchen auf einem Motorrad im Wald, das sich samt Motorrad sanft ins Laub legt. Der Fahrer hat eine kleine Schramme am Schienbein, was seine Begleiterin veranlaßt, ohne ein weiteres Wort einfach davonzujoggen. Sie läuft bis zu einer Rangers-Hütte, wo aber niemand da ist was sie gleich wieder zurückjoggen läßt. Das Motorrad liegt noch da, aber der Fahrer ist verschwunden. Sie schaut ein bißchen und ruft seinen Namen, woraufhin er "plötzlich" zielgenau vor ihr kopfüber herunterhängt (Slasherfilm-effekt Nr. 1, zum 57.984. Mal). Geschrei und davonjoggen. Dabei tritt sie auf eine Schnur, worauf sich 2 dünne Äste mit ein paar festgebundenen Konservendosendeckeln von links und rechts in Richtung Kamera bewegen. In Richtung Kamera, nicht etwa auf die Joggerin. Von der hört man weiter nur Geschrei. Gezeigt wird sie nicht mehr, auch nicht ihre Leiche oder Blut oder sonstwas, denn das wars dann mit der Einführung und es laufen die Vorspann-Credits, die zu einer Gruppe Rangers beim Morgenappell überleiten.

Warum ich diese dreieinhalb Minuten so genau schildere? Weil sie exakt die Mängel des ganzen Films aufzeigen: Kaum Einführung, kaum Blut, Morde im Off und kein Handlungsabschluß. Die beiden auf dem Motorrad tauchen nie wieder auf, werden nie wieder erwähnt. Was der Mörder oder besser "Fallensteller" mit ihnen anstellt, was seine Beweggründe sind, wohin das Motorrad verschwindet, ob die beiden überhaupt tot sind oder vermißt werden - nichts.

Wie gehts weiter? Ein Oberranger hat für ein paar seiner Leute einen kleinen Ausflug organisiert, bei dem ein paar Mädels  mit dabei sein sollen. Zu den Rangern gehört auch ein gewisser Eggar, anscheinend der Mechaniker der Truppe, da er am Bus rumschraubt und diesen auch fährt. Dieser Eggar, ein eher schmächtiger Einzelgänger, dem die deutsche Synchro eine ziemlich aggressive Stimme verpasst hat, ist bei seinen Kameraden äußerst unbeliebt, und er selbst mag seine Kollegen auch nicht. Warum das so ist und wieso man sich dann nicht einfach aus dem Weg geht statt sich gegenseitig das Leben schwerzumachen, bleibt indes unbeantwortet. Aber egal, der Bus fährt mit Rangers und Mädels in die Pampa, Eggar trennt sich unter gegenseitigen Pöbeleien von der Gruppe, die er ein paar Tage später an einem Treffpunkt wieder abholen soll.

Die erste Nacht beginnt mit der üblichen Lagerfeuer-Slasher-Geschichte und ein paar Rangers ziehen ab um "Gras" zu organisieren. Leider entspricht die Bildqualität des ganzen Films der einer VHS-Cassette und gerade bei den schlecht ausgeleuchteten Nachtszenen hat man Mühe, überhaupt etwas zu erkennen (die nicht gerade billige CM Laservision Buchschatulle beinhaltet übrigens noch einen "Bonusfilm", auf den ich zugunsten einer besseren Bildqualität von Angst  gerne verzichtet hätte).

Jedenfalls bemüht sich  das Drehbuch in weiterer Folge mittels einiger abgegriffener Gags so etwas wie eine "Bedrohung" aufzubauen: Einer der Grassucher kommt nicht zurück und ein geheimnisvolles Wesen berührt eins der Mädels am Kopf, was einen der Ranger dazu animiert, ein Wir-gefühl samt Kampfgeist in der Gruppe zu erwecken. Dies scheint noch etwas verfrüht, da es noch keine offensichtlichen Todesfälle gibt, wird aber als Grundthematik bis Filmende beibehalten. Am nächsten Tag treiben es der Oberranger und seine Freundin allein an einer Waldquelle (von der Kamera exakt so eingefangen daß außer den Bewegungen buchstäblich nichts zu sehen ist) und er wird dann tatsächlich abgemurkst - das wie wird wieder nicht wirklich gezeigt, ein bißchen Blut, ein paar schnelle Schnitte - ja, SFX sind teuer, und diese No-Budget-Produktion hat darauf dann gleich ganz verzichtet.

Die restliche Gruppe entdeckt im Wald eine bewohnte Hütte, in der nebenbei eine Hand in einem Glas gefunden wird. shocking! Die Hütte gehört dem geheimnisvollen Wesen, das sich mit Federn, Laub etc. tarnt und einstweilen versteckt hält, bis die Gruppe wieder abzieht. Dies geschieht recht schnell, und ein Schlauchboot das praktischerweise vor der Hütte rumliegt, nehmen sie auch gleich mit. Hier verabsäumt es der Film ein weiteres Mal, durch etwas mehr Details in/an der Hütte so etwas wie suspense aufzubauen. Oder auch nicht, denn aufgrund der schlechten Bildqualität ist auch bei dieser Tageslichtszene fast nichts in der Hütte zu erkennen. Vielleicht liegts auch am Kameramann, der während des Films des öfteren ins Halbdunkle, in den Schatten reingefilmt hat...

Es wird dann munter in Richtung Treffpunkt gepaddelt und fleißig auf Eggar geschimpft, den man für alles Bisherige verantwortlich macht. Wenige Minuten vor Filmende und ohne daß dies dramaturgisch irgendwie hervorgehoben würde  bastelt die Gruppe dann eine Art Falle, in der sie das Waldwesen auch fängt. Und schon ist der Film vorbei. Die Lösung ist ebenso billig wie an den Haaren herbeigezogen und wirft überdies weitere Fragen auf, die natürlich unbeantwortet bleiben.

Insgesamt ist Angst - Camp des Schreckens eine Enttäuschung. Zu keiner Zeit kommt Spannung auf, die Charaktäre sind zu wenig herausgearbeitet, keine eigenen Ideen oder Charakteristika und das Ende dramaturgisch völlig versemmelt, obendrein alles in miserabler Bildqualität - keine Empfehlung.

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