Die 13-teilige TV-Serie "Ninja Scroll" frei nach dem gleichnamigen Film dreht sich im Groben um Jubei Kibagami, der die Prinzessin Shigure beschützen muss. Zwei Parteien streiten sich um jene Shigure und ihr "Drachenjuwel" und hetzen ihre monströsen Heerscharen auf Shigure, Jubei und sich gegenseitig.
Die Animeserie hält sich nicht lange mit der nebensächlichen Geschichte auf und bietet in jeder Episode knallharte Action. Das ist Stärke und Schwäche zugleich: So ist das Gezeigte zwar immer kurzweilig und bereitet auch einen späteren Einstieg unkompliziert. Aber leider kommt auch zu keiner Zeit ein Hauch von Tiefgang auf, was der OVA den Aufstieg in höhere Sphären verdirbt.
In Sachen Action ist die Sache aber leicht erklärt: Der Protagonist Jubei ist cool und seine Widersacher wirklich abgefahren und in ihrem Erscheinungsbild unendlich kreativ gestaltet. Diese übertrumpfen sich regelmäßig gegenseitig mit spektakulären Aktionen, während die harte, aber einseitige Musik für Stimmung sorgt. Ein paar Musikthemen mehr hätten die Klasse der Serie erhöht; andauernd schallen dieselben (zugegeben eingängigen) Melodien aus den Lautsprechern.
Storytwists sind dem derzeitigen Animestandard entgegen äußerst rar gesäht. Fraglich ist, ob die Serie überhaupt einer zusammenhängenden Geschichte bedarf, denn die einzelnen Episoden funktionieren auch eigenständig. Der visuelle Stil ist ebenfalls zwiespältig: Während Landschaften zweckmäßig und Monster bzw. Gestalten sowie Kampfhandlungen herausragend gestaltet sind, ist der allgemeine Zeichenstil zu nüchtern. Das verärgert vorallem bei den Protagonisten. Mehr Sexappeal bei Shigure hätte der OVA mehr Facetten gegeben. Bei den Widersachern (->das Baummädel) wurde jedoch auf solche Details geachtet. Die deutsche Synchronisation ist zwar professionell, gerade bei dem Protagonisten Jubei aber scheint der Sprecher falsch gewählt: Eine rauhere, maskulinere Stimme hätte besser gepasst!
So gestaltet sich "Ninja Scroll" als äußerst unterhaltsames Actiongemetzel ohne jeglichen Tiefgang; kurzweilig und sehenswert, aber den Zuschauer weder emotional noch inhaltlich fordernd.