Henning und Axel Ricke, genannt „Ricke Brothers" in Anlehnung an ein großes US-Filmstudio, müssen riesige Fans von The Matrix sein. Anders ist nicht zu erklären, wie viel Zeit sie in ihren Fanfilm Matrix XP investiert haben: Ein knapp 4-minütiger, an einem Werbespot erinnernder Zusammenschnitt, der wesentliche Elemente des populären Hollywood-Blockbusters mit ganz passablen Effekten (Mein Highlight: die wirklich coole Hubschrauber-Explosion) und technischen Spielereien gehörig durch den Kakao zieht.
Sämtliche Gesetze der Physik sind überwunden und das Leben ist langweilig, also braucht man „Waffeln - viele Waffeln!" und lädt sich mittels Matrix in den Supermarkt - oder? Nein, man braucht neue Herausforderungen! Und das ist der Ausgangspunkt für viele Slow-Motion-Effekte, Schießereien und Gekloppe. Naja, man erkennt schon: Sinnvoll ist die „Handlung", wenn man es denn als solche bezeichnen möchte, nicht.
Allerdings machen die „Ricke Brothers" daraus auch keinen Hehl und wollen sich auch gar nicht mit dem großen Vorbild messen. Deshalb nutzen sie das parodistische Potenzial, was dieser mit Effekten überladene Film vorgibt und drehten mit Matrix XP keine Pseudo-Fortsetzung, sondern - im wahrsten Sinne des Wortes - eine Art Update, welches nach einigen wirklich zum Schmunzeln anregenden Gags (u. a. der rennende Morpheus) mit einer großartigen Pointe die (zum Teil arg plumpen) Lacher auf seiner Seite hat - von einigen unfreiwillig komischen Szenen einmal abgesehen. An der sehr an einen Amateurfilm erinnernden Optik hätte man jedoch noch etwas feilen können.
Am Ende bleibt Matrix XP ein witziger Fan-Film, den man sich mal anschauen kann, aber auf keinem Fall ernst nehmen sollte. Die Macher machen keinen Hehl daraus, dass der Spaß-Faktor bei diesem Projekt im Vordergrund stand, weswegen man über die doch an sich arg sinnentleerte „Story", die in einer Aneinanderreihung von Effekten und kleinen Actionsequenzen besteht, großzügig hinweg sehen kann. Auf jeden Fall kein „schwerer Anwendungsfehler", aber für einen „Reload" etwas zu unausgereift (5/10).