Oft machen es sich „The Asylum“ denkbar einfach, indem sie auf ein auffallend hohes Tempo setzen, um etwaige Schwachstellen zu kaschieren. Zusätzlich setzt man auf parallel ablaufende Handlungsstränge, um von einer dünnen Geschichte abzulenken. Zuweilen klappt so ein Unterfangen, doch bei Regisseur Geoff Meed (seiner zweiten Regiearbeit nach neun Jahren) mangelt es schlicht an notwendigen Schauwerten.
Ein Asteroid mit einigen hundert Kilometern Durchmesser rast unaufhaltsam auf die Erde zu und es bleibt den Mitgliedern eines internationalen Gipfels nur zwei Monate Zeit, das Schicksal abzuwenden. Derweil versucht Alex, die unkonventionell auftretende Tochter eines Tech-Milliardärs, mit ihrem Team eine Laser-Rakete zu entwickeln. Allerdings haben fanatische Sektenanhänger, die freudig auf das jüngste Gericht hoffen, etwas gegen die Rettung der Erde…
Meed schafft es tatsächlich, eine der nervigsten und unausstehlichsten Heldinnen der Sci-Fi-Geschichte in den Vordergrund zu rücken. Denn Alex zickt in einer Tour, offenbart kaum eine andere Regung als latente Wut und strahlt eine dermaßen negative Aura aus, dass der Asteroid zwangsläufig auf die Erde brettern müsste. Verstärkt wird dieser Eindruck durch eine miese Synchro und eine furchtbar agierende Darstellerin, die durch übermäßiges Make-up nur noch schlechter wegkommt.
Demgegenüber könnte Eric Roberts als einer der leitenden Generäle als Ruhepol dienen, doch seine Figur sitzt nur im bequemen Drehstuhl und nickt jede Entscheidung mit einem selbstgefälligen Lächeln ab. Mehr als eine Freikarte für ein Baseballspiel dürfte er damit nicht verdient haben. Gut ist allerdings Craig Gellis als Sektenführer, der in seiner Aufmachung wie ein latent betrunkener Mel Gibson daherkommt, jedoch einen deutlich zu geringen Einfluss auf die Handlung nimmt.
Jene mäandert trotz flotten Erzähltempos mehrheitlich vor sich hin und lässt Actionmomente absolut rar erscheinen. Einmal versucht ein Trupp vor einem Tsunami per Auto zu fliehen, anderswo ballern kleinste Meteoriten in Straßen oder vereinzelte Hochhäuser, was recht spärlich inszeniert ist. Einige Raketen und andere merkwürdige Himmelskörper kreisen ein wenig durchs All, was hingegen etwas steril, jedoch brauchbar gestaltet wurde. Immerhin ist der Score um Dringlichkeit bemüht und zwei, drei Mimen nimmt man das auch ab.
Ansonsten wird viel taktiert und mit recht minimalen Mitteln gearbeitet. Denn die Sekte besteht offenbar nur aus fünf Mitgliedern und auch das Gipfeltreffen der weltweit wichtigsten Persönlichkeiten wird neben zwei Amerikanern lediglich durch einen Russen, einen Araber und eine Nigerianerin vertreten, wobei Letztgenannte sich innerhalb der 50-Tage-Debatte nicht einmal umzieht, denn am Ende trägt sie noch immer den schicken Kopfschmuck in Landestracht.
Auf diesem simplen Niveau wird letztlich auch ein Konsolenjoystick zum Manövrieren der Laserrakete verwendet, während ein Hilfsarbeiter hektisch zwischen DJ-Mischpult und Monitor hin und her wackelt und ein anderer gar unterm Schreibtisch hängt, - wahrscheinlich um die Abweichungen der Umlaufbahn zu berechnen.
So etwas kann zwar ansatzweise Freude bereiten, doch mit einer solchen Antiheldin und zu wenig Action im Gepäck bereitet der Asteroid kaum Freude.
3 von 10