Wie generationsübergreifend Stan Laurel und Oliver Hardy mit ihrem Humor waren und sind, zeigt, dass bereits meine Uroma (Jahrgang 1905) die beiden Tollpatsche nur allzu gut kannte, mit der ich als Kind einige Auftritte gemeinsam vorm TV verbrachte.
Stan, dem das kindlich Neugierige anhaftet, dem alle Klamotten zu groß sind und der sich vor allem durch Kratzen am Kopf und dem unnachahmlichen Flenn-Gesicht hervortut.
Ollie, der väterliche Besserwisser, dem wiederum sämtliche Klamotten eine Nummer zu klein sind und der häufig verdutzt in die Kamera schaut, weil sein Vorgehen nicht den erwünschten Effekt erzielt und der sich erst hastig an die Melone fasst, bevor er Stan durch die Kulisse jagt.
Ihr stetes Markenzeichen: Sie sabotieren sich gegenseitig, sind Anarchisten in Sachen Ordnung und Planung und, - mit allem was neu ist, kommen sie nicht zurecht und seien es auch nur die Bretter eines Fertighauses.
Für die rasche Fertigstellung eines solchen lockt der Auftraggeber mit einer Extrastange Geld, doch auch wenn das Krankenhaus nebenan wegen erhöhtem Lärmpegels einen Polizisten zur Beobachtung ordert, - das Projekt endet in den Händen Stan und Ollies selbstverständlich im Chaos.
In diesem Kurzfilm (ca. zwanzig Minuten) von 1928 arbeitet man noch mit eingeblendeten Schrifttafeln und setzt auf eine durchgehend musikalische Untermalung, die lediglich für den Einsatz comicartiger Sounds ein wenig zurückgenommen wird.
Die beiden Komiker schaffen es auch hier mit ihrer unverwechselbar markanten Art, das scheinbar Rationale, den intuitiv logischen Weg komplett ad absurdum zu führen.
Typisches Beispiel: Der LKW steht leicht abschüssig, Ollie weist Stan an, einen Stein hinter den Reifen zu legen. Dieser greift spontan zu einem kleinen Kieselstein auf dem Boden, findet nach einem Tritt Ollies einen brauchbar Großen, legt diesen jedoch auf die falsche Seite des Fahrzeugs.
Ähnlich ergeht es den beiden beim Hausbau, eine Kette von Missverständnissen und Nachlässigkeiten lässt Ollie mehrfach Nägel schlucken und in einen Haufen solcher hineintreten. Dachpfannen halten nicht lange, die Tür gelangt erst gar nicht ins Haus und der Fensterrahmen wird in sämtliche Einzelteile zerlegt.
Darüber hinaus bekommen noch der Polizist und eine Krankenschwester ihr Fett weg und man wundert sich über die fantasievolle Art von Humor, von der man denken möge, dass es sie erst seit “Nackte Kanone” gäbe, etwa, als Stan eine (geschätzt) acht Meter lange Holzplanke an einem UND am anderen Ende durchs Bild trägt.
Aber das macht es eben aus, diese Freude beim Zerstören von Dingen, dieses Unverständnis, warum die simpelsten Angelegenheiten ständig scheitern und letztlich (wie immer) die Entrüstung über den Auftraggeber, der zum Unverständnis der beiden natürlich kein Geld herausrücken will, worauf es abermals Krawall gibt.
Dass das Fertighaus am Ende nur noch in Schutt und Asche zu sehen ist, dürfte dabei kaum eine Überraschung darstellen.
Dieser kurze Beitrag ist in jeder Hinsicht ein mustergültiges Beispiel für das Schaffen und kreative Improvisieren der legendären Komiker Laurel und Hardy.
Die Tücken des Alltags und damit konfrontiert, zwei Typen, die nicht mit, aber auch nicht ohne einander können, - zwei wie Vater und Sohn oder Meister und Lehrling - solche Bindungen finden sich über Generationen immer wieder und so zeitlos und doch stets wiederkehrend diese Konstellation auch erscheint: Sie regt immer wieder aufs Neue zum Lachen an.
9 von 10