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Nach einem anonymen Anruf bei der Polizei wird eine nackte, männliche Leiche in einem Waldstück gefunden. Bei dem Toten handelt es sich um Maik Koslowski, einen Seminar-Leiter für Tantra-Kurse in der "Erlenhof"-Kommune, deren Mitglieder es nach alter Hippie-Manier nicht so mit der Monogamie haben. Als patenter Verdächtiger erweist sich da schnell Johannes Hagen, der bisexuelle Pressesprecher der Polizei, der mit dem Ermordeten eine außereheliche Beziehung hatte... ebenso wie Hagens Ehefrau Marion, übrigens. Ebenfalls suspekt: Der merkwürdige Priester Tobias Flügge, der mit den Hagens befreundet ist und bei dem es sich um jenen anonymen Anrufer handelt, der den Leichenfund gemeldet hat... und welcher sich, während er von Thiel verhört wird, auf das Beichtgeheimnis beruft, um keine genaueren Angaben machen zu müssen. Klarheit in dem Fall könnte da ein DNA-Abgleich mit einem auf der Leiche gefundenen, fremden Haar, welches vermutlich vom Täter stammt, schaffen... wenn Boernes Assistentin Haller da nur im Vorfeld der Analyse nicht ein kleines Malheur passiert wäre, welches das Ergebnis eventuell unbrauchbar gemacht hat, was diese allerdings für sich behält... Der "heikle" inhaltliche Aufhänger "Polyamorie" ist hier zu Beginn in der allerersten Szene für eine blanke Titte und einmal kurz Puller-Alarm gut und wird dann anschließend nicht mehr weiter vertieft, wenn es Münster-typisch schnell ab in Richtung Krimi-Klamotte geht... und das ist vermutlich auch besser so. Die Oberflächlichkeit sowohl was den Mordfall an sich als auch die klischeehafte Darstellung der Kommune - mit Lagerfeuer-Romantik, viel freier Liebe, fetten Joints und Trommel-Kursen - anbelangt, ist allerdings nicht das größte Problem von "Rhythm and Love", dessen Ermittler-Zugpferde und Quoten-Kings Thiel und Boerne dieses Mal leider nur für besonders laue Witzchen herhalten müssen... was den jeweiligen Assistenten Haller und Schrader in ihren eigenen Subplots, die man ihnen ausnahmsweise mal zugestanden hat, allerdings auch nicht anders geht. Nee, so wirklich ärgerlich ist, dass man dieses Mal als Zuschauer die Angelegenheit doch schnell durchschaut und den wahren Täter schon sehr viel früher ausgemacht haben dürfte, als das ermittelnde Duo, wobei die Chose zudem auch noch in einen Schluss gipfelt, der, was die zeitlichen Abläufe der Ereignisse anbelangt, bestenfalls als "dubios" zu bezeichnen ist. So wirklich gefallen hat mir "Rhythm and Love" also nicht, auch wenn er sicher nicht der schlimmste Münster-"Tatort" ist und Prahl und Liefers mit ihrem Zusammenspiel wie üblich noch so einiges rausreißen...

5/10

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