Martin Lawrence spielt einen FBI-Agenten, der die Ex-Freundin eines Bankräubers, gespielt von Nia Long, beschatten soll. Als diese zu ihrer Großmutter fahren will und dieser verreist ist, ergreifen die Ermittler ihre Chance und Lawrence muss in die Haut der alten Lady schlüpfen. Der Plan scheint zu funktionieren, bis sich Lawrence schließlich in sein Ziel verliebt und ihr brutaler Ex-Freund, sowie die echte Big Mama wieder auftauchen.
Und noch eine Komödie, die in der Schwemme der Teenie- und Liebeskomödien hoffnungslos untergeht, da sie wirklich nichts neues bieten kann, auch wenn die Grundidee, die schon bei "Mrs. Doubtfire" sehr gut funktionierte gar nicht mal so schlecht ist. Aber auch wenn die Idee, Martin Lawrence in die Haut der untersetzten und rüpelhaften Big Mama schlüpfen zu lassen, gut sein mag, scheitert die Story und damit der ganze Film in dem Moment, in dem sich Lawrence in sein Ziel verliebt. Ab dann geht die bis dato gelungene Krimi-Komödie nahtlos in eine stereotype und geschmacklose Verwechslungs- und Liebeskomödie über. Die Charakterkonstruktion ist dabei überaus schwach und auch ansonsten hat der Film keinerlei Tiefe zu bieten. Zum Ende hin, als die echte Oma und der kriminelle Freund schließlich zurückkommen, hätte man sich doch wenigstens ein paar unvorhersehbare und gelungene Wendungen einfallen lassen können, aber auch hier setzt man lieber auf den durchschnittlichen billigen Teenie-Slapstick und Fäkalhumor und lässt "Big Mamas Haus" endgültig im grauen Mittelmaß verschwinden. Schade eigentlich.
Raja Gosnell, der zuvor als Cutter arbeitete und an Kult-Komödien wie "Kevin allein zu Haus" und "Mrs. Doubtfire" beteiligt war, bekam nach seinen eher mittelmäßigen bis schwachen Leistungen in "Wieder allein zu Haus" und "Ungeküsst" die Regie beim, schon durch das Drehbuch zum Scheitern verurteilten Projekt "Big Mamas Haus" zugeteilt und leistet alles in allem mittelmäßige Arbeit. Die Filmmusik ist sehr schnell und hektisch, genauso, wie das Erzähltempo ein bisschen zu hoch ist, womit der Film zwar einigermaßen unterhalten kann, somit aber endgültig schnell vergessen ist, da die Kurzweiligkeit kaum schlimmer sein könnte. Die Gags sind alle ziemlich flach und unterste Schublade und zu allem Überfluss auch noch etwas spärlich dosiert, sodass der Film bis auf die amüsante Exposition kaum etwas zu bieten hat. Spannung kann aufgrund der hohen Vorhersehbarkeit kaum aufgebaut werden und auch mit Dramatik und Gefühl tut sich der kurzweilige Streifen etwas schwer. Immerhin ist die Maske gut gelungen und das Finale wenigstens ein bisschen unterhaltsam, aber alles in allem ist "Big Mamas Haus" nicht mehr als Mittelmaß.
Im Endeffekt ist es Martin Lawrence, der "Big Mamas Haus" wenigstens im Ansatz retten kann und mit seiner gewohnt komischen Art und seiner starken Mimik nach "Der Diamantencop" und "Bad Boys" erneut voll und ganz überzeugt. Mit einer hohen Leinwandpräsenz und seinem starken Slapstick-Humor, holt er einiges aus seiner Rolle heraus, auch wenn er teilweise vielleicht ein bisschen zu dick aufträgt. Im Zusammenspiel mit Nia Long, die ebenfalls eine gelungene Leistung abliefert ist er charmant und liebenswert und rundet damit seine starke Leistung ab. Nia Long kann ist ebenfalls gut, auch wenn sie eher für die romantischen und emotionalem Momente zuständig ist und nur wenige Lacher erzeugt. Mit Paul Giamatti und Terrence Howard wird der starke Cast abgerundet und rettet den Film wenigstens ansatzweise vor einer vollkommenen Katastrophe.
Fazit:
Mit einer schwachen und vorhersehbaren Story, einer mittelmäßigen Inszenierung mit geschmacklosen Humor und einem mäßigen Unterhaltungswert ist "Big Mamas Haus" trotz des starken Martin Lawrence graues Mittelmaß und nur für Fans des Genres empfehlenswert.
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