Was früher einmal ein Eddie Murphy war bzw. heute noch bedingt ist, wird nun von einem gewissen Schauspieler namens Martin Lawrence ohne Unterbrechung fortgeführt. Nachdem dieser mit "Bad Boys" seinen Durchbruch geschafft hat, war er in kürzester Zeit in mehreren Komödien zu sehen, unter anderen "Der Diamantencop" und "Big Mama's Haus". In letzterem spielt er den FBI-Agenten Malcolm, der hauptsächlich unter fremder Idenität im Einsatz ist, das heißt, er schlüpft zumeist in die Haut anderer. In diesem Fall in die der Big Mama, die für eine Woche eine amerikanische Kleinstadt verlässt, um eine Verwandte zu besuchen. Malcolm nutzt diese Gelegenheit, tarnt sich als Big Mama und zieht sogar in deren Haus ein. Sein Ziel: Bald kommt eine gewisse Sherry, die Enkelin der Big Mama, samt Sohn zu Besuch. Sherry war vor einiger Zeit maßgeblich an einem Banküberfall beteiligt, den ihr damaliger Freund Lester in die Wege geleitet hat. Nun versucht Malcolm alias Big Mama herauszufinden, ob Sherry wirklich mitschuldig ist oder nur unglücklicherweise in den Überfall involviert war. Zudem ist Lester aus dem Gefängnis ausgebrochen und in Richtung Big Mama's Haus unterwegs.
Natürlich lassen sich sofort Parallelen zu Mrs. Doubtfire schließen und Kitsch und Klischees stehen bei dieser Komödie vollkommen im Mittelpunkt. Was Anderes wollten Drehbuchautor und Regisseur aber wahrscheinlich auch gar nicht bezwecken. Denn "Big Mama's Haus" reißt zwar sicher nicht vom Hocker, aber er ist allemal unterhaltsam und kurzweilig genug, um dem Endergebnis eine gewisse Qualität zusprechen zu können. Mehrmaliges Ansehen ist wiederum völlig fehl am Platze, da die Witze, die sowieso recht spärlich, da sehr naiv und vorhersehbar, sind, spätestens beim zweiten Anschauen einfach nicht mehr funktionieren.
Die Schauspieler machen ihre Arbeit ebenfalls routiniert genug, um keinen als schlecht oder fehlbesetzt bezeichnen zu können. Klar ist da aber auch, dass von ihnen keine oscar-verdächtigen Leistungen verlangt und erwartet werden können. Die Story ist teilweise schon abgelutscht bis zum Geht-nicht-mehr, aber wenn solche Produkte dabei herauskommen, bin ich durchaus gewillt, sie auch zu akzeptieren, da es wie bereits erwähnt nicht als Meisterwerk bezeichnet werden kann, aber immerhin in der Lage ist, über volle Länge zu überzeugen. Dass das Ganze voller Klischees und das Ende voller Kitsch steckt, sollte jedem noch so kleinen Filmfan vorher schon bewusst sein, da was Anderes nicht erwartet werden kann.
Ein Film für den Mainstream, der sicherlich weder zum Kauf animiert noch die Leute von den Stühlen haut, aber für zwischendurch mal mehr geeignet ist, als so manch andere Komödien, die nur für den Kommerz produziert worden sind. Gute, kurzweilige Unterhaltung, ohne jeglichen Überraschungsmoment, aber genug, um nicht zu langweilen. 6/10 Punkte