Review

„Big Mama’s Haus“ kann sich nicht recht entscheiden, welches Publikum denn nun angesprochen werden möchte und darin liegt der große Fehler des Films. Für Kinderaugen an einigen stellen zu hart, für Erwachsene irgendwie aber auch zu unlustig. Die Story ist von der Idee her keineswegs schlecht, wirkt aber als Komprimierung von Komödien wie „Der verrückte Professor“, „Mrs. Doubtfire“ oder dem „Diamanten-Cop“ (ebenfalls mit Martin Lawrence) und somit nicht mehr ganz frisch. Leider hat man die weitere Ausbauung des Kerns verschlafen und versucht mit reichlich Klischees und einer nur platten, zu vorhersehbaren Storyline ins Ziel zu fahren.

Trotz des recht stimmungsvollen Beginns bieten sich hier nur wenige Lacher, die meistens auch nur auf Fäkalhumor basieren. Als die reichlich füllige Wanne von einer südamerikanischen Big Mama duschen geht, weiß ich nicht, ob meine Reaktion beim Anblick ihres schwabbeligen monströsen Hinterteils mehr ein Lachen oder doch lieber, was wahrscheinlicher ist, eine vor Ekel verzehrte Miene war. Der Taschenlampengag hingegen ist schon ganz lustig, sowie ein bei einem Basketballspiel dunkender Martin Lawrence in einem fetten Big Mama-Kostüm.

Die musikalische Untermalung bestehend aus Hip Hop- und Rapmusik ist nicht unbedingt mein Fall, passt aber zum Ambiente des Filmes. Hier agieren nämlich fast sowieso nur farbige Schauspieler, deren Südstaatenmentalität eben mitunter auch die Musik (zum Teil auch der hier zuhörene Kirchengospel) widerspiegelt. Martin Lawrence in der Hauptrolle gibt sich eigentlich alle nur erdenkliche Mühe und macht verkleidet als üppige Mama auch nicht wirklich etwas falsch, doch reicht es nicht, um insgesamt gesehen ausreichende Unterhaltung zu bieten. Die Nebenrollen wurden passabel besetzt und Nia Long ist zudem immer noch ein attraktiver Blickfang.

Fazit: Leider wurde ihr zuviel verschenkt: Die Gags sind teilweise ausgeleiert und viel zu flach und die Story beschränkt sich nur auf einen vorhersehbaren Ablauf. (4+/10 Punkten)

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