Der Gentleman-Gauner und Meisterdieb Richard Pace wird von "The Prince", dem Anführer der "Misfits" - einer Gruppe von Robin-Hood-mäßigen Kriminellen, die die Reichen beklaut, um die Beute unter den Armen zu verteilen - für einen besonderen Coup angeworben: In einem von Paces altem Gegenspieler Werner Schultz geleiteten Gefängnis in dem im mittleren Osten gelegenene Wüstenstaat Jazeristan lagern in einem geheimen Tresorraum Goldbarren, mit denen terroristische Anschläge finanziert werden sollen und die es nun gilt, sich unter den Nagel zu reißen. Zunächst ist Pace von dem Vorhaben wenig begeistert, doch nach seiner Ankunft in Abu Dhabi muss er feststellen, dass seine entfremdete Tochter Hope mittlerweile selbst ein Mitglied der "Misfits" ist und seinen Namen für die Aktion ins Spiel gebracht hat... Okay, die geballte Star-Power von Steven Soderberghs "Ocean's..."-Streifen kann "The Misfits - Die Meisterdiebe" nicht vorweisen, aber Pierce Brosnan und Tim Roth sind als namhafte Zugpferde ja auch nicht zu verachten. Die prominenten Hauptdarsteller sind da allerdings auch noch mit das größte Pfund, mit dem Renny Harlins zweitklassiges Heist-Movie wuchern kann, dessen typisch löchriges Kurt Wimmer-Skript mal so gar nichts hermacht und welches der reiche Dödel Rami Jaber sicherlich auch nur deshalb produziert hat, um in einer Nebenrolle als einer der "Misfits" auch mal selbst vor der Kamera stehen zu können. Zu seiner Ehrenrettung sei fairerweise aber gesagt, dass er hier nicht die schlimmste Performance abliefert und neben Nick Cannon, der nebenbei den gesamten Streifen auch noch mit einem endsnervigen Off-Kommentar zuquatscht, sogar noch eine recht passable Figur macht. Dass hier so einiges im Argen liegt, merkt man alleine schon daran, dass man die elende Weltverbesserer-Bagage unausstehlicher findet als den von Tim Roth mit der ihm eigenen Schmierigkeit gemimten Bösewicht, der mit irgendwelchen arabischen Terroristen unter einer Decke steckt und direkt schon bei seinem ersten Auftritt Informationen aus einem Wehrlosen rausprügelt. Da interessiert einen dann auch schon gar nicht mehr, dass der geplante Gold-Raub in seinen Details hochgradig bescheuert und für das Publikum kaum nachzuvollziehen ist, denn wenn der fast schon als Nachgedanke zum Schluss hin doch noch über die Bühne geht, hat das Hirn vor lauter Langeweile schon längst abgeschaltet. Renny Harlins hektischer Inszenierungs-Stil lässt das Ganze leider mal so richtig schlecht aussehen, zumal selbst die Action so einiges zu wünschen übrig lässt und nicht mal mehr das eh schon tiefergelegte Niveau eines "Zwölf Runden" erreicht... von einem "Stirb Langsam 2" oder "Tödliche Weihnachten" ganz zu schweigen. Insgesamt bringt der Finne dieses Mal dann auch nicht wirklich mehr als ein paar hübsche Touristik-Aufnahmen zustande, weswegen "The Misfits - Die Meisterdiebe" so zum reinsten Entertainment-Vakuum gerät, bei dem man hofft, dass zumindest die Beteiligten beim Dreh 'ne bessere Zeit in Abu Dhabi hatten, als man selbst, während man sich die Grütze ansieht. Verschmitzt grinsen muss man da nur, wenn einem mittendrin schwant, dass hiermit wohl tatsächlich sowas wie eine Franchise auf die Reihe gebracht werden sollte, wobei ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, dass Harlin - der immerhin doch schon seit Jahrzehnten im Film-Business aktiv ist und sicherlich weiß, wie der Hase läuft - ernsthaft der Meinung gewesen sein kann, dass es jemals einen "The Misfits 2" geben wird und er darum als Director-for-hire hier bestimmt nur die Kohle eingesteckt, stur seinen Job gemacht und ansonsten die Klappe gehalten hat. Nun ja, es sei ihm gegönnt...
3/10