Review
von heißter82
Während die meisten mit 92 ihren wohlverdienten Ruhestand genießen hält Hollywood Legende Clint Eastwood scheinbar nicht viel davon sich ins Altersheim zurück zu ziehen und liefert mit Cry Macho ein gelungenes sowie sehenswertes Alterswerk ab
Texas im Jahr 1979: Der Pferdezüchter Mike Milo ist nach dem Unfalltod seiner Ehefrau und seines Kindes vor vielen Jahren zu einem Alkoholiker geworden. Einst wurde er als Rodeo-Star gefeiert, doch das ist lange her. Zwar konnte er sich wieder vom Alkohol befreien, doch aufgrund seines Alters hat sein Arbeitgeber Howard Polk keine Verwendung mehr für ihn. Howard hilft ihm zwar weiterhin finanziell aus, fordert dafür aber eines Tages eine Gegenleistung: Mike solle Rafael, Howards 13-jährigen Sohn, von der Mutter in Mexiko-Stadt zu ihm nach Texas bringen.
Leta, die Mutter des Jungen, stellt sich als wohlhabende, aber verantwortungslose Alkoholikerin mit wechselnden Männerbekanntschaften heraus. Sie hat die Erziehung ihres Sohnes längst aufgegeben. Dieser treibt sich auf den Straßen rum, begeht auch kleinere Diebstähle und tritt mit seinem Hahn Macho bei Hahnenkämpfen an. Bei einem Hahnenkampf gelingt es Mike, den Jungen aufzuspüren, und er kann den mit seiner Mutter zerstrittenen Jungen zu der Fahrt nach Texas bewegen. Dieser erwartet die Begegnung mit seinem bisher stets abwesenden Vater mit einer Mischung aus Neugierde und Skepsis. Leta möchte ihren Sohn jedoch nicht ziehen lassen und bedroht Mike damit, dass sie ihn als Kinder-Kidnapper hinter Gittern bringen würde, wenn er nicht schleunigst verschwindet.
Mike macht sich auf den Rückweg, doch heimlich hat sich Rafo in seinen Wagen geschlichen. Er will den Jungen zunächst loswerden, da er Ärger mit Leta fürchtet. Doch Rafo kann ihn mit dem Diebstahl seiner Geldbörse und seinem ehrlichen Bekenntnis, seinen Vater treffen zu wollen, dazu bringen, ihn zur Grenze zu fahren. Auf dem Weg zur Grenze müssen sie immer wieder der Polizei und Letas Handlanger Aurelio ausweichen, wodurch sich die Reise verzögert. Mehrmals müssen sie Autos wechseln und sich mit brenzligen Situationen herumschlagen, wodurch sich Mike und Rafo aber immer enger befreunden. In einem kleinen Dorf finden sie einige Zeit Unterschlupf....
Mit seinem gemächlichen Tempo bzw unaufgeregten Erzählweise könnte man Cry Macho auch als Antithese zu einem modernen hektischen Actionfilm Marke Micheal Bay bezeichnen. So steht in der Verfilmung der Romanvorlage von N. Richard Nash die beiden Hauptcharaktere im Mittelpunkt weshalb sich der Film viel Zeit für diese nimmt, was bedingt für Spannung sorgt.
Dennoch tolle Darsteller, sehr gelungene Landschaftsaufnahmen, ein starker Soundtrack und viel Gefühl machen Cry Macho zu überzeugenden Charakterkino der alten Schule.
Sicherlich ist das inhaltlich nichts Weltbewegendes geschweige denn innovativ sowie wirkt aus der Zeit gefallen, zumal Eastwood als Lover nur bedingt glaubhaft wirkt dennoch reicht es für lockere 7 Punkte mit der Tendenz zu 8.