Eine schräge & tragikomische, gleichzeitig aber auch eine herzliche & liebenswerte Hymne auf die Freundschaft & auf das Anderssein, mit einem begnadeten Ensemble zum Niederknien.
Als seine Frau bei einem S-Bahn-Unglück ums Leben kommt, muss Soldat Markus (Mads Mikkelsen) seinen Einsatz in Afghanistan abbrechen, um sich um das Begräbnis & um seine Teenager-Tochter (Andrea Heick Gadeberg) zu kümmern, die beim Unglück dabei war. Der schroff wirkende Mann, der keine Schwäche zeigt, ist mit der Situation sichtlich überfordert, lehnt aber Hilfe von außen entschieden ab.
Dann steht der geniale Statistiker Otto (Nikolaj Lie Kaas) mit seinem kauzigen Kumpel Lennart (Lars Brygmann) vor der Tür & erklärt dem Witwer, dass der Unfall in Wahrheit ein Anschlag gewesen sei, um einen Kronzeugen auszuschalten, der sich im selben Waggon befunden hat. Außerdem plagen Otto Schuldgefühle, weil er Markus’ Frau kurz vor dem Crash seinen Sitzplatz überlassen hat. Von Rachegefühlen getrieben macht sich Markus daran, der verantwortlichen Biker-Gang auf den Zahn zu fühlen. Otto, Lennart & der Computer-Wizard Emmenthaler (Nicolas Bro) helfen ihm dabei.
So geil der Mads als harter, verbissener Hund, der seine Gegner scheinbar mühelos & endgültig ausschaltet, auch ist, die besten Momente hat der Streifen, wenn seine großartig gespielten & sehr unterschiedlichen Hauptfiguren ihre Verletzlichkeit, ihre Unsicherheit & ihren Schmerz zeigen. Regisseur & Ko-Autor Anders Thomas Jensen (Dänische Delikatessen, Adams Äpfel, Men & Chicken) hat seine außergewöhnliche Truppe fest im Griff & gibt jeder Figur ausreichend Zeit, um sich entfalten zu können.
Und obwohl sie bisweilen ziemlich drüber sind, so wirken sie insgesamt doch echt genug, um einem trotz aller Schrulligkeit ans Herz zu wachsen. Und genau aus diesem Grund musste ich ein paar Mal mit den Tränen kämpfen, u. a. auch beim blutigen Showdown, wenn die schrägen Vögel... ach, das verrate ich jetzt lieber nicht. Der letzte Baustein des Erfolgs ist die zu bewältigende Trauerarbeit, wo ständig spürbar ist, wie sehr die Figuren mit ihren Verlusten zu kämpfen haben. Und so ist diese schräge, wunderbar ausbalancierte Actiontragikomödie gleichzeitig auch großes Gefühlskino.