Die 70er waren das Jahrzehnt von Grindhouse und Blaxploitation und da die scheinbar nicht enden wollende Retro-Welle zu zahlreichen Nostalgiereisen einlädt, schien es auch für den britischen Regisseur Charlie Steeds an der Zeit, beide Subgenres zu einem blutigen Mix zu vereinen.
Tennessee um 1971: Der Afroamerikaner Brandon (Deiondre Teagle) sollte eigentlich 30 Jahre im Knast absitzen, doch ihm gelingt die Flucht und mithilfe von Schwester Angie (Faith Monique) und Bruder Clarence (Travis Cutner) wird Zuflucht in Opas alter Scheune gesucht. Als Brandon nachts von weiblichen Schreien aufgeweckt wird, stößt er auf Mitglieder des Ku-Klux-Klans, die eine Frau im Visier haben. Kurz darauf befindet sich das Geschwistertrio im Fadenkreuz der Kapuzenträger…
Rund 20 Minuten Vorlauf werden der simplen Konstellation eingeräumt, - ab da fährt der Stoff volles Tempo bis zum Ende. Die Figurenzeichnungen reichen aus, um die Geschwister einigermaßen zu mögen, zumal Brandon einige Entscheidungen bereut, obgleich die Tat eines bewaffneten Raubüberfalls nie eindeutig untermauert wird. Der Familienzusammenhalt steht und überdies ist es leicht, die Antagonisten zu verabscheuen, nicht nur der Gesinnung wegen.
Denn die Rassisten sind darüber hinaus noch Kannibalen, Vergewaltiger und Folterer, jedoch auch feige, ungeschickt und strategisch dumm handelnd, was die Gegenwehr der Dunkelhäutigen maßgeblich erleichtert. Auf beiden Seiten werden kaum Gefangene gemacht und es kommen zahlreiche handgemachte Effekte zum Einsatz, welche Gorehounds zweifelsohne zufrieden stellen dürften. Mit Spitzhacke, Eisenstangen und Großkaliberwaffen werden unzählige Wunden verursacht, auch Augäpfel, Gedärm, Arm und Köpfe werden vom Rest des Körpers getrennt.
Zudem kommt es im letzten Drittel zu Feuergefechten und kurzen Zweikämpfen, die ebenfalls recht gnadenlos ablaufen und sauber choreographiert sind. Zwischenzeitlich treibt der Score ganz ordentlich an, doch besonders gelungen sind die beiden Themen im Bereich Funk und Soul, welche die Stimmung der 70er hervorragend transportieren.
Auch darstellerisch wird makellos abgeliefert, zudem sind die Rednecks, sofern sie mal ihre Kapuze absetzen, absolut treffend besetzt.
Es ist mehr ein Rachefeldzug statt ausgedehnter Folter und es steckt eine angemessene Wucht hinter den Gewalteinlagen, die das Geschehen innerhalb der angenehm kompakten 78 Minuten Laufzeit kurzweilig erscheinen lassen. Gewiss wäre noch etwas mehr Gesellschaftskritik als nur eine Randnotiz im Radio möglich gewesen und von den Abläufen sollte man keine übermäßigen Wendungen erwarten, doch in dieser konzentrierten Form vermag Terror durchaus solide zu unterhalten.
Knapp
7 von 10