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Das knallbunte Social-Media-Zeitalter: eine stets tätige Industrie produziert seit Jahren am Fließband Horrorfilme für Menschen mit kurzer Aufmerksamkeitsspanne, aber dem Willen, alle Schönheit dieser Welt zu besuchen – wenn auch, und das ist der Gag bei Horrorfilmen für diese Zielgruppe, für einen Preis, denn Exotik ist immer visuell überragend, kann aber auch tödlich gefährlich sein. Kinder, fahrt lieber nach Oberammergau!

Also: relativ kurze Filme, aber nach bewährtem Muster.

So auch geschehen bei „The Resort“, der seine 75 Minuten wirklich aus dem Bekanntesten aller Welten mühsam zusammenkratzt.

Was ist es diesmal? Ach ja, fluchbeladenes Ferienresort auf irgendeiner Hawaiiinsel oder so. Schon lange verlassen, weil es da umgeht. Vermutlich freuen sich die Nachlassverwalter dieser stillgelegten Ruine einen Ast über die Locationmiete, aber ich könnte mir vorstellen, dass das der „unique selling point“ war, alles dort zu drehen.

Wer geht um? Na, das übliche Geistermädchen, irgendwas mit missbraucht oder umgebracht in einem bestimmten Zimmer oder auch, völlig macguffinesk. Darum ist die Butze abgesperrt, die Insel annähernd menschenleer und der Bums wird nur einmal täglich angefahren oder wieder abgeholt.

Und alle Instagrammer singen im Chor: da müsse mer hin!

Streng genommen sind es natürlich nur vier, wobei Mägdelein Lex hier nicht nur final sondern auch first girl ist, wie sie einem Polizeibeamten vom Krankenhausbett aus in der Startsequenz berichtet. Ihr Freund und ein befreundetes Pärchen haben ihr – der angehenden und sehr von dem Thema besessenen Horrorschriftstellerin – diesen Trip geschenkt und natürlich will man zur Insel übersetzen. Obendrauf gibt’s die üblichen Vorsichtsinstruktionen, von denen wir schon wissen, dass sie den Bach runter gehen.

Anschließend: große Inselwanderung, höhö, dideldö, Wasserfall, Bad nehmen, Bikini zeigen, Zeit vertrödeln.

Dann endlich Ruinenbesichtigung, was immerhin endlich (da sind 35 von 75 Minuten schon vorbei) etwas atmosphärisch rüberkommt. Und natürelehmann ist dann bei Einbruch der Dämmerung der Pfad zum Schiff irgendwie…naja…verschwunden. Also muss man zwingend im Resort übernachten, denn so richtig raus kommt man da auch nicht mehr. Und weil der Bodycount natürlich mit drei Leuten ein wenig dürftig ist, rollern da noch zwei jeepfahrende Nachtwächter über das Eiland, obwohl sich angeblich ja niemand dorthin traut.

Was dann in den letzten 30 Minuten an Hysterie und Geisterspuk passiert, wiegt die ersten 40 voller Belanglosigkeit leider nicht mehr auf, aber immerhin gibt’s „Kreisch!“ und so und wenigstens einen guten Autostunt, angereichert dann noch mit dem ödesten Schlusstwist seit es fluchbeladene Filme gibt (also seit „The Ring“ das Untergenre als Blaupause für die nächsten 25 Jahre geprägt hat).

Wer über den Film stolpert, es gibt Schlimmeres, aber das hier rumeiernde Quartett ist jetzt nicht eben mit Geistesgaben geprügelt und so sind es die Dialoge dann auch nicht, aber letztendlich dauert es ja ein wenig, bis man überhaupt in so einem Film drin ist, mit Pizza essen, Aperol mixen, auf dem Balkon vapen und etwas Doomscrolling und dann kommt man pünktlich zum turbulenten Finale. Insofern ist der Film mit kleinem Geld nicht extra schlecht gemacht, darf aber nach Durchsicht mit dem Stempel „einmal reicht“ gern wieder vergessen werden.

Ich für meinen Teil bin aber schon froh, wenn ich mich nicht zu arg ärgern musste und das geht hier. Ist halt so ein Fließbandding, mit Photoshop und Lipgloss. (4/10)









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