Wollten die Produzenten in den Achtzigern einen möglichst billigen Schnellschuss produzieren, so taten sie gut daran, sich fürs Endzeit-Genre zu entscheiden: Einpaar zerbeutelte Autos vom Schrottplatz, ein karges Wüstenszenario, zerlumpte Klamotten und die ewig gleiche Story von irgendwelchen Horden, die sich gegenseitig bekriegen. Das alles zusammengemixt, kräftig durchgeschüttelt und fertig ist der Salat! Auch "America 3000" ist genauso gestrickt: Hier geht es um Amazonen, die sich einpaar Männer als Sklaven halten und gegen eine Gruppe von ebenfalls maskulinen Widerständler kämpfen müssen. (Für alle homophoben Proleten unter Euch: Es handelt sich hierbei NICHT um Schwule oder Lesben!).
In den Achtzigern war darüber hinaus - "Conan" sei Dank - auch der Barbarenfilm recht beliebt und so kamen die schlauen Producer auf den Trichter, beide Genres zu kombinieren. Hinzu noch etwas Comedy und dem Erfolg an der Kasse dürfte nichts mehr im Wege stehen... Denkste!
Leider ist "America 3000" ein strunzdoofes Filmchen geworden, das auf keinem Sektor so richtig funktionieren will. Die unfreiwillig komischen Momente sind besser als die Gewollten und auch sonst ist alles so deppert, dass es kaum noch Spaß macht: Angefangen von Aaaargh, einem komischen zotteligen Mutanten mit schiefer Fresse (übrigens das gleiche Ungeheuer wie in "Folterranch der geschändeten Frauen"), das Körpersprays benutzt, aber eigentlich nur tierisch auf den Sack geht. Über schreiend dumme Dialoge, hässliche Frisuren bis hin zu beknackten Witzen und Sprüchen am Fließband ist "American 3000" selbst für Trashfans ein hartes Brot.
Das Problem ist, dass vieles zu gewollt als trashig auszumachen ist. Dabei geht der Spaß schnell den Bach runter, zumal man das Ganze auch schon interessanter und unterhaltsamer gesehen hat. Chuck Wagner darf die halbe Zeit mit goldenem Kostüm durch die gleißend heiße Wüste reiten und Laurene Landon (Anyone? "Maniac Cop", "Hundra" etc.) hält den bescheuersten Hairstyle seit Menschengedenken in die Kamera. Ansonsten gibt es noch billige Kawumm-Explosionen, das gesamte Machwerk kommt ungefähr rüber wie eine Mélange aus "Planet der Affen", Joe D´Amato´s "2020 - Texas Gladiators" und "Spaceballs" für Arme.
Fazit: Aus dem Jahrzehnt der Zauberwürfel und Synthie-Pops kommt viel Kult - "America 3000" gehört leider nicht dazu. Gerade noch anschaubar, aber beileibe nicht der Rede wert. 4 von 10 Punkten.