Neunhundert Jahre, nachdem die Amerikaner und die Russen die Menschheit mit ihren Atomraketen in die Steinzeit zurückgebombt haben, haben Frauen die Hosen an und herrschen mit eiserner Hand. Die verbliebenen Männer sind dumm wie Brot, vegetieren in der Wildnis planlos dahin oder werden von den Amazonen eingefangen und versklavt, zwecks Arbeit, Spiel & Spaß, oder Fortpflanzung. Nach dem Tod der Anführerin (Camilla Sparv) wird Vena (Laurene Landon) zur Chefin des Stammes befördert, sehr zum Mißfallen ihrer Schwester Lakella (Victoria Barrett). Währenddessen entdeckt der halbwegs intelligente Korvis (Chuck Wagner) in einem Berg eine geheime, für den Präsidenten der USA errichtete Militäranlage voller Laserpistolen, Granaten und einer Videobotschaft. In seinem Hirn nimmt ein verwegener Plan Gestalt an, und so schlüpft er in die Rolle des Präsis...
Es gibt viele Gründe, sich dieses schräge Post-Nuke-Abenteuer aus der Low-Budget-Filmschmiede der Herren Golan und Globus anzutun. Hier nur einige wenige.
a) Man sammelt sämtliche Veröffentlichungen der kultigen Produktionsfirma Cannon Films.
b) Man steht auf schräge Endzeitfilme.
c) Man ergötzt sich gerne an Filmen, in denen hübsche Frauen mit wilden Mähnen in knappen, extravaganten Klamotten aufgeschreckt herumlaufen.
d) Man will wissen, wer beim Kampf der Geschlechter in ferner Zukunft als Sieger hervorgeht.
e) Man findet Gefallen an Filmen, die in Colorado spielen, aber in Israel gedreht wurden.
f) Man will wichtige Lektionen fürs Leben lernen, wie z. B., daß Bücher Leben retten können, oder daß man die richtige Handhabung einer Handgranate auch schon mal einem Comic entnimmt, oder - ganz grundsätzlich - "Make Love not War".
g) Man kann von schlechten Filmen einfach nicht genug kriegen.
h) Man will einen Streifen, in dem ein zotteliger Bigfoot namens "Aargh the Awful" mitspielt, auf keinen Fall verpassen.
i) Man hat ein Faible für Filme, die Logik entweder mit Verachtung strafen oder gleich mit Füßen treten.
j) Man will prüfen, was die einzige Regiearbeit des Drehbuchautors von Death Wish II (Der Mann ohne Gnade) - der übrigens in einer Minirolle in Steven Spielbergs Jaws (Der weiße Hai) zu sehen ist - zu bieten hat.
k) Man hat zu viel Zeit.
l) Man guckt alles, was man in die Finger kriegt.
m) Man ist ein Fan von Laurene Landon.
Ah, Laurene Landon, die Hundra aus Hundra (1983), die Yellow Hair aus Yellow Hair and the Fortress of Gold (Der Tempel des blutigen Goldes, 1984), die Teresa Mallory aus Maniac Cop (1988) und Maniac Cop 2 (1990). Ja, ich geb's zu: Ich kann mich an der Dame einfach nicht satt sehen, und in America 3000 sieht sie s-p-e-k-t-a-k-u-l-ä-r aus. Der Film selbst ist unterhaltsamer Nonsens mit einigen Längen, wobei die Grenze zwischen Trash und Camp verschwimmt. Natürlich ist der Kokolores nicht ernst gemeint, wird manchmal auch mit einem verschmitzten Augenzwinkern serviert, aber trotzdem geht es hin und wieder so dermaßen bescheuert zu und ist das alles so haarsträubend schlecht in Szene gesetzt, daß die unfreiwillige Komik überhand nimmt und man sich beim besten Willen nicht vorstellen kann, daß dies von den Machern auch so beabsichtigt war. "Aargh the Awful" z. B. ist ein absoluter Heuler, wenn er mit einem Ghettoblaster in den Händen - dessen Batterien auch 900 Jahre nach einem Atomkrieg noch einwandfrei funktionieren! - lustige Geräusche von sich gebend durch die Gegend hüpft. Untermalt wird das Cheesefest oft von einem eingängigen Rockscore, während Korvis' Freund Gruss (William Wallace) das Geschehen aus dem Off launig und mit Hang zum Sarkasmus kommentiert. Trotz des PG-13-Ratings geht es bisweilen ziemlich ruppig zu, was allerdings durch die nicht wirklich überzeugende Kampfchoreographie abgemildert wird. America 3000 ist amüsanter Quatsch und sollte das Eis auf jeder Party zum Schmelzen bringen. Gut ist der Film freilich nicht, aber spaßig sehr wohl. Und ziemlich "woggos" (= verrückt) noch dazu.