Charlies Engel sind wieder da...für den einen ein Segen, für die anderen eher weniger. Egal wie die persönliche Meinung ausfällt, Teil Eins der vermeindlichen Attacke auf die Lachmuskeln war zumindest kommerziell gesehen ein durchaus sehenswerter Erfolg. Abermals treten nun die drei Schönheiten Lucy Liu, Cameron Diaz und Drew Barrymore an, um im Auftrag von Charlie, ihrem Boss, den Bösen mächtig eins auf den Hinterkopf zu verpassen. Diesesmal sogar für das F.B.I., das den Dieben von zwei besonders wertvollen Ringen auf den Fersen ist. Diese Ringe beinhalten nämlich Geheimcodes, die für die Regierung mehr als nur wichtig sind. "Klingt simpel", denken sich unsere drei Heldinnen...also auf ins Gefecht. Der Routineauftrag wird spätestens dann zum gefährlichen Einsatz, als die drei bemerken, dass sich einige ihrer ehemaligen "Freunde" hinter dem Verbrechen stecken. Ein Ex-Angel, gespielt von Demi Moore, und der Ex-Freund von Angel Dylan, der nicht gerade mit einer blumigen Vergangenheit angeben kann.
So weit, so gut. Klar dass bei solch einem Kinovergnügen keine große Story zu erwarten war. Denn die ist schlicht und einfach gesagt gröbster Unfug. Im Laufe des Film entpuppt diese sich nämlich als äußerst undurchdacht und löchrig. Man kann ruhig getrost mal 10 Minuten verschwinden und verpasst den Anschluss nicht. Wieso auch das Budget für irgendwelche Storywriter vergeuden, schließlich sind unglaubwürdige, zum Teil schon lächerliche, aber millionenschwere Special Effects-Einlagen schon teuer genug. Es gibt sogar eine schöne Matrix-Parodie zu bewundern, inzwischen die hundert-tausendste in der Kinogeschichte...gähn! Der zweite Teil bietet in dieser Hinsicht also nur Altbekanntes und Wiedergekäutes.
Selbes gilt für die 08/15 Holzhammergags, die so penetrant rüberkommen, dass sie alles andere als lustig sind. Zwanghaft wird hier versucht, uraltes Material als frisch zu verkaufen, was leider größtenteils in die Hose geht. Ab und zu geht's dann doch ganz komisch zu, vorallem dank der hübschen Cameron Diaz, die sich in Situationskomik zu helfen weiß. Zum Glück, denn genau das rettet den Streifen vor dem KO.
Wie schon in Teil Eins schlüpfen die drei Engel von einer Maskerade in die nächste...schon etwas albern, aber das ist wohl eher mein persönlicher Gedanke darüber.
Was schon viel mehr auf die Nerven geht, sind die total sinnlosen Zeitlupen, vorallem bei den sowieso stümperhaften Special Effects. So gut wie jeder Effekt ist aus dem Computer; leider fällt das sofort ins Auge. Einige Kämpfe sind ganz interessant inszeniert - dennoch: Stunts der Marke "Scheiß' auf die Gravitation!" kommen leicht überhoben rüber. Das toughe Mädchen-Getue ist spätestens seit den Spice Girls sowieso total ausgelutscht.
Etliche Gastauftritte sind zu bewundern, angefangen mit Demi Moore bis hin zum grandiosen John Cleese, dessen Rolle leider etwas zu spärlich ausgefallen ist. Weiterhin sind kurz Popikonen und Hollywoodstars wie Pink, Eve, Bruce Willis und die Olsen-Schwestern anzutreffen.
Positiv fällt der recht gelungene Soundtrack auf, ein toller Genrekompromiß, der gut ins Filmgeschehen eingebaut worden ist. Dank der drei Hauptdarstellerinnnen kommt das ganze Geschehen recht sexy rüber, auch wenn die eine oder andere Tanzeinlage komplett sinnlos ist.
Und egal wie hübsch die drei Engel auch sein mögen, dem Streifen fehlt es durch und durch an Originalität, brauchbaren Gags und einer halbwegs ordentlichen Story. "Volle Power" ist typisch aufgemotztes Girlie-Popcornkino, das mit einer schönen Optik und einem großen Staraufgebot über die fehlende Qualität hinwegtäuschen will. Fans des ersten Teils und des Kurzweilkinos hingegen werden sicher ihren Spaß dran haben. Einen Pluspunkt gibts für die tolle Leistung von Cameron Diaz.