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Gelegentlich bedarf es einer kleinen Herausforderung, um speziell im Spukhausmetier nicht einfach nur berieselt zu werden und die Lösung mit mindestens einem Silbertablett serviert zu bekommen. Autor und Regisseur David Bohorquez präsentiert allerdings das Gegenteil, indem er nur spärliche Informationen preisgibt, die sich am Ende gar komplett widersprechen.

Die junge Pflegekraft Cherry wird engagiert, sich um den bettlägerigen Philip Hellewell zu kümmern, der früher als Medium fungierte. Unterstützt von Dwayne, der einst von der Familie adoptiert wurde, findet sie sich langsam mit den Gepflogenheiten in dem abseits gelegenen Anwesen zurecht, doch Cherrys Tagträume deuten vermehrt an, dass sie nicht zufällig hier gelandet ist…

Anfangs weisen einige Begebenheiten auf einen verkappten Vampirfilm hin. Der stumme Patient darf keinem hellen Licht ausgesetzt werden, zuweilen verfärben sich seine Augen und nicht von ungefähr erinnert die Erscheinung des Pflegebedürftigen an Murnaus „Nosferatu“, einschließlich der übermäßig langen Finger. Auf der anderen Seite basiert einiges auf Cherrys Vergangenheit im Waisenhaus, wie die Exposition und später einige kurze Rückblicke veranschaulichen. Es folgt die Suche nach dem verbindenden Element.

Bohorquez hat es allerdings rein gar nicht eilig. Die Figurenkonstellation bleibt mit drei wesentlichen Personen sehr überschaubar und eine Entwicklung ist nur schwer auszumachen, zumal die drei kaum etwas zu verbinden scheint, außer dem vagen Interesse für Tanz und Musik. Damit sich überhaupt etwas in paranormalen Gefilden ereignet, werden wenige Inserts mit dämonischen Fratzen bemüht, dazwischen taucht ein Junge auf und ab, dessen Erscheinung mit den übrigen Vorkommnissen kaum in Zusammenhang gebracht werden kann.

Dabei ist die optische Verpackung durchaus ansprechend geraten. Die Kamera arbeitet konzentriert und einige Farbkompositionen, speziell bei der Vermengung von Vergangenheit und Gegenwart sind sauber aufeinander abgestimmt. Auch der Score ist um eine unheilvolle Stimmung bemüht, wobei das Thema zum Finale, mit einigen schief gesungenen Tönen im Chor deutlich abfällt. Darstellerisch ergibt sich indes ein Zwiespalt, denn die jeweiligen Soloszenen werden souverän gemeistert, doch beim Zusammenspiel wird keine Chemie spürbar, als würde jeder für sich seinen Part abspulen.

Was es letztlich mit dem titelgebenden Diavlo auf sich hat, der seit dem späten 19. Jahrhundert als ausgestorben gilt, erklärt sich genauso wenig wie ein zielloses Herumballern im angrenzenden Wald oder das Schicksal zweier Randfiguren, bei deren Ableben kaum ein Tropfen Blut fließt.
Mit nur wenigen Hinweisen (Foto, Halskette) lässt sich zwar so etwas wie loser Zusammenhang herstellen, doch selbst eingefleischte Analytiker dürften aufgrund zu spärlicher Informationen deutlich an ihre Grenzen geraten.
Folgerichtig hinterlässt der Streifen ein unbefriedigendes Gefühl, denn die Optik wiegt nicht auf, was auf inhaltlicher Seite versäumt wird.
3,5 von 10

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