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Seit 15 Jahren arbeitet Sam - wie bereits ihre Mutter Scarlett vor ihr - als Profi-Killerin für die "Firma"... und hat bei ihrem letzten Job unwissentlich den Sohn des verfeindeten Gangster-Bosses McAlester über den Jordan geschickt, der ihr nun seine Männer auf den Hals hetzt. Derweil erhält Sam von ihrem Chef Nathan den Auftrag, einen Dieb zu eliminieren, der die "Firma" beklaut hat. Wie sich im Anschluss herausstellt, hat dieser die Kohle jedoch als Lösegeld für seine entführte Tochter Emily benötigt, weswegen Sam sich nun mit einem schlechten Gewissen herumplagt und das frisch verwaiste Mädchen auf eigene Faust aus der Gewalt der Kidnapper befreit. Um die Wogen zwischen den Verbrecher-Syndikaten zu glätten, verrät Nathan Sam daraufhin an McAlester. Mit Emily im Schlepptau wendet sich Sam an ihre untergetauchte Mom und und gemeinsam stellt man sich gegen McAlesters Fußvolk, das den Frauen ans Leder will... "Gunpowder Milkshake" entpuppt sich als der recht offenischtliche Versuch einiger "cleverer" Produzenten, den allgemeinen Stil und das World-Building der "John Wick"-Franchise zu emulieren und mit einem ähnlich gestrickten Streifen ebenfalls einen Publikums-Erfolg zu landen. Tja, sorry, die Originale geben mir schon absolut gar nichts, dann brauche ich erst recht auch nicht so 'nen cartoon-esken Abklatsch mit hipper feministischer Kante! Dummerweise hat man sich dann auch noch ausgerechnet die absolut hirnverbrantesten Aspekte der Vorbilder - eben die kriminelle Schattenwelt voller Attentäter inklusive vertracktem Regelwerk, die da als Parallelgesellschaft postuliert wird, sowie die völlig übertriebenen Gunplay-Exzesse - als oberste Prioritäten auf die To-Do-Liste gesetzt und klebt an diesen geradezu sklavisch, weswegen "Gunpowder Milkshake" auch zu keiner Sekunde den Eindruck erweckt, etwas anderes zu sein als eine billige und uninspirierte Kopie ohne eigene Ideen. Karen Gillan ist derweil alles andere als ein adäquater Ersatz für einen Keanu Reeves, der seinen Part als unaufhaltsamer Profi-Killer allen schauspielerischen Limitierungen zum Trotz doch zumindest rein physisch gänzlich überzeugend umzusetzen vermochte, ohne dabei rüberzukommen, als hätte er sich vorher erst 'ne Woche lang die Kampf-Choreos draufpacken müssen... während man bei Sam hingegen den Eindruck gewinnt, dass die aus sämtlichen Konfrontationen nur deshalb siegreich hervorgeht, weil die Drehbuchautoren halt auf ihrer Seite sind. Ohne Female Empowerment geht heutzutage halt eben nichts mehr, als Gleichstellungs-Versuch innerhalb des Action-Genres scheitert die Chose aber dennoch auf ganzer Linie, weil die vermeintlich "starken" Frauen-Figuren wieder mal nur deshalb stark sind, weil die Herren der Schöpfung im direkten Vergleich künstlich schwach gehalten werden und sich extra-blöde anstellen müssen, was doch wie üblich einen schalen Nachgeschmack hinterlässt. Der große finale Coup ist da, dass die Bräute am Ende mit Knarren an einem Ort auftauchen, an dem Schusswaffen laut Reglement verboten sind, woran sich die Bad Guys übrigens halten... und das versucht einem der Film als smarter Move zu verkaufen und nicht nur als hinterfotzigen Beschiss. Okay, mit all dem könnte man sich noch irgendwie arrangieren, wenn denn wenigstens die Action was hermachen würde, aber sowohl Shoot-Outs wie auch Fights sind bestenfalls leidlicher (blutiger) Durchschnitt und werden auch inszenatorisch durch pseudo-stylische Mätzchen, Zeitlupen-Einsatz und extreme Farb-Spielereien nicht aufgewertet. In Anbetracht des Umstandes, dass Navot Papushado zuvor noch - gemeinsam mit seinem Co-Regisseur Aharon Keshales - für die recht grandiosen Genre-Fingerübungen "Rabies - A Big Slasher Massacre" und "Big Bad Wolves" verantwortlich gezeichnet hat, ist "Gunpowder Milkshake" im besten Fall eine kolossale Enttäuschung und im schlimsten eine absolute Vollkatastrophe, bei der so einiges schief gelaufen ist. Fazit: Die Milch in diesem Shake war sauer...

3/10

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