Als die alleinerziehende Jill (Gina Rodriguez) mit ihren beiden minderjährigen Kindern einen Ausflug machen will, wird ihr Wagen unvermittelt von einem anderen Fahrzeug gerammt und landet im Wasser - zwar können alle drei schnell ans Ufer schwimmen, doch irgendetwas Seltsames ist passiert, denn ein umfassender Stromausfall läßt sämtliche Autos, Handies, Computer etc. mit einem Schlag funktionsuntüchtig werden. Außerdem scheint es nicht mehr möglich, Schlaf zu finden: Die Menschen bleiben fortan gezwungenermaßen wach, was sich in Punkto Konzentration und Denkfähigkeit bald schon gravierend bemerkbar macht. Die toughe Jill, die im Krankenbereich arbeitet und ab und zu ein paar bunte Pillen mitgehen läßt (die sie an einen Straßendealer vertickt), macht sich Sorgen um ihren Nachwuchs, besonders um die 10-jährige Mathilda (Ariana Greenblatt), die erstaunlicherweise als Einzige noch Schlaf findet. Als eine Militärstreife unter der Führung der Psychologin und Schlafforscherin Dr. Murphy (Jennifer Jason Leigh) die letzten Aufputschmittel konfisziert, bekommt es Jill endgültig mit der Angst zu tun: Denn die frühere Kollegin Dr. Murphy eröffnet ihr, daß der einzige aufgefundene schlaf-fähige Mensch in ein streng abgeschirmtes Militärcamp namens The hub überführt wurde und dort Gegenstand medizinischer Experimente wird, um ein Gegenmittel für die grassierende Schlaflosigkeit zu finden. Doch die kleine Mathilda, deren Schlaffähigkeit sie bald zum Ziel aggressiver Mitbürger macht, soll bei ihrer Mama bleiben, und so versucht das Trio, unbehelligt aus der Stadt zu entkommen...
Der Überlebenskampf in einer postapokalyptischen Welt ist nichts wirklich Neues, doch die Idee mit der Schlaflosigkeit bietet immerhin eine halbwegs originelle Prämisse, unter der Regisseur Mark Raso seine Protagonisten agieren läßt. Leider krankt sein Awake betitelter Streifen schon von vornherein an einem logischen Aufbau, denn statt dem Zuseher eine wenigstens einigermaßen plausible Erklärung für das eingetretene Phänomen (und dessen Auswirkungen) zu liefern, läßt er die Filmcharaktäre viel zu schnell auf die rätselhaft veränderte Umgebung/Umwelt reagieren. So findet man sich schon nach knapp 20 Minuten in einem Survival-Road-Movie wieder, das zwar solide inszeniert ist, dafür jedoch kaum Überraschungen bietet und das man in dieser Form schon gefühlt tausendmal gesehen hat. Spannung kommt auf diese Weise gar nicht erst auf.
Das eigentlich ausbaufähige Thema der Schlaflosigkeit wird viel zu kurz mit nur wenigen Sätzen abgehandelt statt detaillierter darauf einzugehen, daß Schlafentzug die Menschen innerhalb weniger Tagen verrückt werden läßt. Stattdessen werden einzelne Szenarien mit seltsam reagierenden Personen gezeigt, deren meist aggressives Verhalten sich nicht unbedingt aus Schlaflosigkeit herleiten läßt. Einige Begebenheiten (Gefangene werden unmotiviert freigelassen, ein Tannenzapfen wird für eine Granate gehalten etc.) lassen sich zwar noch mit zunehmender Desorientierung erklären, völlig im Dunkeln bleibt jedoch beispielsweise, wieso ausgerechnet eine Kirchengemeinde die kleine Mathilda "opfern" will - hier fehlt es, wie so oft in diesem Film, an Hintergrundinformationen. Immerhin dient dieser Vorfall dann als Auslöser für die Flucht, und ab diesem Zeitpunkt wähnt man sich, wie schon angedeutet, in einem x-beliebigen Zombie-Streifen.
Hauptdarstellerin Gina Rodriguez agiert als Löwen-Mama zwar ganz passabel und kommt vor allem durch ihre Leidens-Mimik glaubhaft rüber (wenngleich man auf einige tränentreibend-kitschige Momente gerne verzichtet hätte), die beste Leistung aber vollbringt Kinder-Darstellerin Ariana Greenblatt, die ihre Mathilda so authentisch spielt, daß sie sofort sämtliche Sympathien auf ihrer Seite hat. Positiv vermerkt werden darf auch die bildliche Darstellung einiger weniger Gewaltexzesse (so bleibt die Kamera bei durchwegs sauber arrangierten Kopfschüssen und dergleichen ausreichend lange drauf), doch all dies nützt wenig, wenn der Plot so zerfahren ist, daß sich nie ein roter Faden ergibt. Dazu passend gibts am Ende dann eine an den Haaren herbeigezogene "Auflösung", die im Grunde genommen gar nichts erklärt und den Zuschauer, sofern dieser bis dahin durchgehalten hat, mit einem Kopfschütteln über so viel Langweile zurückläßt. Muß man nicht gesehen haben: 3 Punkte.