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Streifenpolizist Joe Baylor (Jake Gyllenthal) wurde zum Telefonnotdienst strafversetzt. Er hat Stress zu Hause und morgen einen entscheidenden Gerichtstermin wegen einer Schießerei. Der Notruf einer gekidnappten Frau (Riley Keough) ist für den frustrierten Cop eine willkommene Gelegenheit, in die Vollen zu gehen und womöglich seinen beschädigten Ruf wiederherzustellen: Er setzt alle Hebel in Bewegung, um den Fall zu lösen, auch wenn er dabei mehrfach seine Kompetenzen überschreiten muss. 

Das Remake des lediglich drei Jahre alten dänischen Thrillers von Gustav Möller ist geradezu das Paradebeispiel einer amerikanisierten Neuverfilmung: Statt des im Original noch intimen, fast dokumentarischen Psychothrillers inszeniert Actionregisseur Antoine Fuqua hier mit möglichst viel Effekt. Hier ist alles bunt und auffällig und dramatisch. 

Die Notrufstation ist unsinnigerweise mit der typischen futuristisch anmutenden Bildschirmwand jedes Katastrophenfilms ausgestattet, in Los Angeles wüten Waldbrände und die Kamera begibt sich mehr als einmal an den Ort des Geschehens, wodurch die Immersivität des eigentlich auf eine Location reduzierten Dramas aufgebrochen wird. 

Spielte Jakob Cedergen in DEN SKYLDIGE seinen Cop noch sehr zurückgenommen, gibt Jake Gyllenhaal von Anfang an ein gereiztes Arschloch, das wöhrend der 90 Minuten Echtzeit durch mehrere dramatische Ausbrüche hindurchschauspielern muss. 

Vielleicht funktioniert das für Netflix und den amerikanischen Markt ja besser, für den Stoff sind dies alles markante Fehlentscheidungen, die einen auch stören würden, wenn man das Original nicht kennt.

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