The Last Warrior (1989)
DVD-Covertext
Um 1945: Eine Abgelegene Insel mitten im Pazifik, wird von japanischen Truppen besetzt. Gibb ist ein US-Marine, der dank eines defekten Funkapparates schon seit einiger Zeit auf der Insel unfreiwillig festsitzt. Und er ist der Einzige, der es mit den Japanischen Soldaten aufnehmen kann, da sich ansonsten dort nur friedfertige Zivilisten aufhalten. Drei der japanischen Soldaten entdecken Gibb und wollen ihn folglich neutralisieren, doch der stellt einen ernstzunehmenden Gegner dar…
Als der Film anfing, war ich durch ein gelesenes Review schon auf einen eher Ruhigen Film vorbereitet. Und ganz klar steht hier die Spannung und nicht die Action im Vordergrund. Was man also nicht erwarten sollte, ist ein um sich ballernder John McClane, der zwar in Stirb Langsam schon bewiesen hat, dass man nicht hunderte von Gegnern braucht um ordentlich Radau zu machen, sondern eher einen Film der seine Intensität in der Ruhe Sucht.
Der DVD-Covertext versucht aus dem Film nicht mehr zu machen, als er ist, und das ist gut so. Vielleicht lässt er sogar zuviel offen um den Film richtig einzuordnen. Dass er von jemandem geschrieben wurde, der den Film sicher noch nie gesehen hat, wird dem Betrachter schnell klar, denn er enthält doch einige falsche Informationen.
(Zum Beispiel ist das Funkgerät nicht defekt.)
Positiv zu erwähnen ist, dass die Japaner nicht dämonisiert werden. Diese machen wie Gibb nur ihren Job. Gibb ist nicht alleine, sondern bekommt eine schüchterne Frau an die Seite gestellt, die es zu beschützen gilt. Wobei man die daraus entstehende, belanglose "Liebesgeschichte" getrost aus dem Script hätte streichen können.
Schon im Stile der 90er ist Gibb auch nicht der unverwundbare Superheld, sondern wird bei den Kämpfen verletzt, und verliert sogar gegen einen der Japaner. Die Kämpfe sind hart, rau, blutig und recht realistisch inszeniert. Was diesen Film wirklich aus der B-Masse heraushebt, ist jedoch der Spannungsaufbau der Kämpfe. Bevor es mit Schwert oder Pistole zur Sache geht, wird erst gespäht, gehorcht, geschlichen und erst dann in einem unerwarteten Moment zugeschlagen. Die Inszenierung der Action ist dann meistens in Zeitlupe gehalten, inszenatorisch astrein und sehr nett anzusehen.
Nachdem Gibb in einem Kampf klar unterliegt, kann der japanische Soldat diesen ehrlosen Tod seines Kontrahenten nicht akzeptieren, päppelt den verletzten Amerikaner wieder auf und unterrichtet ihn sogar im Schwertkampf. Vielleicht hat Edward Zwick ja The Last Warrior gesehen, und sich bei mancher Szene zu seinem vier Jahre später entstandenen Meisterwerk Last Samurai inspirieren lassen. Hier sind ganz klar Parallelen zu erkennen.
Fazit:
Glaubwürdig agierende Schauspieler umrundet von wundervollen Sets, gepaart mit stimmiger Atmosphäre, einer nicht gradlinig verlaufenden Story, einer gehörigen Portion Spannung und harter wohl dosierter Action, bilden ein höchst zufriedenstellendes Gesamtwerk.
Für einen so unbekannten Film aus dem B-Sektor:
8/10 Punkte