In der aufkommenden Welle der Italowestern entstanden in Italien viele Streifen, die wohl besser nie gedreht worden wären. Einer davon ist "Ohne Dollar keinen Sarg".
Dabei ist die Story gar nicht mal so simpel! Ein "guter" Kopfgeldjäger muss sich in einem kleinen Nest gegen den "Oberbösen" und die Bevölkerung durchsetzen, wobei es immer wieder kleine Häkchen in der Story gibt, die dadurch nie gänzlich uninteressant wird.
Leider war das aber auch schon alles, was man an positiven Dingen über diesen Film sagen kann. Denn trotz der Wendungen in der Story bietet die über die meisten Strecken einfach nur gepflegte Langeweile, spätestens, wenn sie sich in lächerlichen Dialogen vergeht.
Die Schauspieler stammen alle aus der untersten Unter-Liga, da rettet auch Thomas Milian nicht. Er ist sogar die krasseste aller Fehlbesetzungen: Die Mischung aus dem wortkargen Clint Eastwood und den gerechtem, heroischen John Wayn kauft man ihn zu keiner Sekunde ab, im Gegenteil, er wirkt öfters lächerlich und stapft ein bisschen deplaziert durch die Gegend.
Ein weiterer Schuss in den Ofen ist Ella Karin, die "schöne Frau", die sich im Laufe des Films besinnt und zur Guten wird. Mal abgesehen davon, dass ihr Charakterloses, häßliches Gesicht immer den selben Ausdruck drauf hat, ist sie noch viel unglaubwürdiger als der Hauptcharakter. Jede Szene mit ihr wird für den Zuschauer zur Qual.
Der Rest der Cast ist für einen Film dieser Sorte ganz okay, auch den Oberbösen kann man durchgehen lassen.
Die Musik orientiert sich ganz klar an Morricone, erreicht aber niemals auch nur annähernd dessen Klasse und verkommt öfters zum lieblosen dahin-Gedudle.
Ansonsten beschert uns die Regie noch eine Menge unnötiger Szenen, schlechter Kameraperspektiven, Klischees und kann sich nicht entscheiden, ob sie nun einen sauberen Amerikanischen, oder einen dreckigen Italo-Western drehen will.
Das einzige, was den Film zu einem gewissen Maße sehenswert macht, ist die deutsche Synchronisation, in der sich einige bekannte Sprecher die Ehre geben und den ein oder anderen Aha-Effekt auslösen (nämlich wenn man wieder mal erkannt hat, zu wem die Stimme sonst gehört).
Für einen Italo-Western zu unblutig und sauber, für einen Ami-Western zu italienisch - Das war wohl nix!
3/10