Staffel 1 - 8/10
Staffel 1
D.I.S.C.O.
„What If…?“ ist die erste animierte Serie des MCU und Staffel 1 ist soeben per wöchentlicher Veröffentlichung immer mittwochs zu Ende gegangen. Erzählt wird in dieser unberechenbarsten und experimentierfreudigsten aller Marvelserien (ganz wie in der gleichnamigen Comicreihe) aus allen Ecken des Multiversums, von parallel und etwas anders verlaufenden Welten mit ihrer ganz eigenen Historie und ihren Helden. In einer Welt hat etwa Peggy Carter statt Steve Rogers das Supersoldatenserum erhalten, in einer weiteren ist T'Challa anstatt Peter Quill intergalaktisch entführt worden und wurde Star-Lord und in wieder einer anderen ist Thor Einzelkind und schmeißt immer wieder fette, fette Partys quer durch die Galaxis. So weit, so nett. Alles überwacht und erzählt vom „Watcher“, einem überdimensionalen Wesen mit babyartigem Kopf. Doch was „What If…?“ über eine reines Sammelsurium der Rollentausche und Alternativwelten hebt, sind seine letzten beiden Folgen, die alles verbinden und zu einer heftigen Konfrontation und (vorläufigen) Konklusion führen…
Obwohl „What If…?“ wöchentlich auch von mir nicht derart gierig gestreamt wurde wie etwa „Loki“ oder „WandaVision“ früher dieses Jahr - hier ein paar hoffentlich überzeugende Gründe von mir, warum dieser bunte Mix dennoch insgesamt sehr interessant, vielfältig und sehenswert ist:
+ neue Perspektiven auf viele Charaktere
+ wirkt variabler und spontaner als viele der Kinoableger
+ Animation als Richtung bringt dem MCU gehörig Unberechenbarkeit und Frische
+ sowohl gewohnte wie neue Stimmen/Figurenbesetzung, alle extrem hochwertig
+ bombastische Sounduntermalung
+ knapp unter einer halben Stunde (netto) ist die perfekte Länge
+ nahezu unendliche Möglichkeiten
+ Marvel Zombies!!!
+ gelungene Balance aus Fights und Humor
+ ziemlich epische und geniale Zusammenführung der einzelnen Teile
+ funktioniert sicher auch ohne Komplettwissen über das MCU
+ der Ultron hier ist unfassbar beängstigend
+ endlich mal nicht Tony Stark im Mittelpunkt
+ lovecraft'sche Dr. Strange-Episode einfach klasse und traurig
+ Party-Thor macht richtig gute Laune!
+ erstaunliche, episodenübergreifende Charakterzeichnungen (Agent Carter)
+ The Watcher hat die perfekte Stimme
+ viele Wege und Wahrscheinlichkeiten für die nächste Staffel - und doch kein Stück berechenbar
+ im Grunde eine Collage der feuchten Träume für Marvelianer
+ Stil ist solide und farbenfroh, wenn auch etwas steril und gleichbleibend
+ ist sich nicht zu schade auch mal richtig düster zu werden und ganze Welten, Universen untergehen zu lassen
Fazit: alternatives Allerlei allererster Animationsklasse. Überraschend, episch, anders. Ein Marvel-Overkill. Nicht perfekt - aber dennoch ein toller, öffnender Schritt. (8/10)