In einigen Variationen auch als Aladins Lampengeist bekannt, ist der Djinn ein ganz linker Hund. Ähnlich wie vor Jahrzehnten in der Reihe „Wishmaster“ und jüngst in „Wish Upon“ thematisiert, erfüllt ein Geist einen Herzenswunsch zu einem sehr hohen Preis. Die Regisseure David Charbonier und Justin Powell entschieden sich für eine kostengünstige, kammerspielartige Umsetzung ihres Stoffes, der als Kurzfilm eventuell effektiver ausgefallen wäre.
Herbst 1989: Nach dem Suizid seiner Mutter zieht der 12jährige, stumme Dylan (Ezra Dewey) mit seinem Vater (Rob Brownstein) in eine neue Wohnung. In einem Wandschrank findet der Junge das Buch der Schatten und darin eine Seite mit Ritual, um sich einen Herzenswunsch zu erfüllen. Kaum hat Dylan die notwendigen Schritte eingeleitet, wird er von dämonischen Erscheinungen heimgesucht: Ein ganze Stunde lang muss er den Spuk überleben, bevor sein Wunsch erfüllt wird…
Einmal mehr taucht die Geschichte in die Ära der 80er ein, was der exzellente Score mit typischen Sounds der Dekade treffend untermalt. Dazu ein paar eher unbekannte Songs jener Zeit und einige wenige Requisiten wie Röhrenfernseher oder altertümlich anmutende Spielkonsole, denn die frisch bezogene Wohnung steht noch voll von Umzugskartons, was das Umfeld des jungen Protagonisten alles andere als vertraut erscheinen lässt.
Allen voran geht der Suizid der Mutter, welchem Dylan in jener Nacht beiwohnte und was ein folgerichtiges Trauma mit einigen Schuldgefühlen lostritt. All dies verstärkt zwar seine Unsicherheit, doch Dylan ist den bösen Mächten gegenüber keineswegs hoffnungslos ausgeliefert, was ein wenig an „Kevin allein zu Haus“ erinnert, nur mit deutlich kleinerem Spielraum, denn die Wohnung besteht nur aus vier, fünf Räumen.
Die reduzierte Kulisse macht sich auf Dauer ein wenig negativ bemerkbar, denn allzu viele Möglichkeiten des Terrors bieten die kargen Räumlichkeiten nicht und obgleich das Timing bei einigen Konfrontationen stimmt und sogar ein paar blutige Momente beinhaltet, so wiederholen sich einige Vorgänge mit der Zeit. Allerdings meistert Hauptdarsteller Ezra Dewey diese Herausforderung mit Bravour, denn seine Performance schlägt weder über die Stränge, noch wirkt sie zu irgendeinem Zeitpunkt unsicher. Die Erscheinungen der Entitäten fallen zwar nicht allzu kreativ aus, doch die Umsetzung ist zumindest zweckdienlich, auch mithilfe eines passablen Make-ups.
Man mag der spärlichen Inszenierung mangelnde Abwechslung vorhalten, doch auf atmosphärischer Ebene offenbart sich eine runde Sache, gleiches gilt für den Showdown nebst gelungener Pointe. Wem zuweilen ein kleiner Rahmen für etwas Retro-Horror genehm ist, könnte einen vorsichtigen Blick riskieren.
6 von 10