Review

Milder Synthieschauer


In diesem gefühlt sehr kostengünstigen Retrogrusler und Quasi-Ein-Mann-Stück irgendwo zwischen „Stranger Things“, „The Vigil“ und „Poltergeist“ bekommt es Ende der 80er ein stummer Junge mit einem bösen Djinn zu tun, der ihm seine Stimme zurückgeben kann, den jedoch vor allem wesentlich Böseres umtreibt…

„The Djinn“ ist mir sehr sympathisch. Natürlich hätten ihm ein paar Dollar mehr und ein wenig Sonnenlicht gut gestanden. Es ist sicher kein „Wishmaster“. Er ist ein klares Zeitdokument der Pandemie. Lockdown der gelogenen Versprechen. Der poppige Synthiesoundtrack ist enorm aufdringlich (aber für meinen Geschmack genau richtig). Und Klischees sind nicht rar gesät (böses Ende, schwarzes Dämon, Asthmaspray, Hand durch Badezimmertür usw.). Doch im Grunde holt die kleine Gruselproduktion richtig viel aus seinen Möglichkeiten heraus. Der junge Ezra Dewey braucht keine Worte um einen in seinen Bann und auf seine Seite zu ziehen. Das Finnish ist nicht unerwartet, aber konsequent düster. „The Djinn“ durchzieht eine enorme (An-)Spannung, die die letzten Filme etwa des „Conjuring“-Universums schmerzlich vermissen ließen. Er bleibt keine Sekunde zu lang, ist ein dichter Slowburn und bietet doch ein paar JumpScares und Fratzen für den Mainstream. Er ist verträumt und mutig, er ist beängstigend und wohlig in einem. Muss man erst mal schaffen. 

Fazit: Musik, Atmosphäre, Jungdarsteller - alles top. Laufzeit kurz. Aussage klar. Retro, beengt, gruselig. Wenig Budget gut verbraucht. Warum's nicht für noch mehr reicht? Weil die „Sei vorsichtig, was du dir wünschst“-Leier doch arg basic ist. Knuffiges Kammerspiel der Angst. Und der falschen Wünsche. Nicht in der Vergangenheit leben. Nicht alles auf seine eigenen Schultern packen. 

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