Review

Der ewige Kampf der Frau 

„The Ocean Waif“ ist ein Stummfilm aus dem Jahre 1916 (!), gedreht von einer Frau und über eine Frau, die vor ihrem gewalttätigen Elternhaus flieht und bei einem reisenden Schriftsteller wieder ihr Glück findet - und der dafür seine Inspiration und Muse…

Ein Spielball der Herren 

Egal ob Alter, Thema, Regisseurin oder Genremix aus Komödie, Geisterfilm (!), Romanze und häuslichem Drama - man muss sich das erstmal auf der Zunge zergehen lassen, was dieser wegweisende Kurzfilm alles unter einen Hut bringt. Seiner Zeit vollkommen voraus. Und eine tolle Geschichte obendrauf! Mit realen Themen der häuslichen Gewalt, mit RomCom-Ansätzen, mit einem enorm flotten Tempo und mit einer einfach nur atemberaubenden Hauptdarstellerin, die etwas ganz Süßes, Verletzliches und Modernes hat. All das behandelt „The Ocean Waif“ in unter 40 Minuten und muss als sensationeller Schlüssellochblick in eine andere Zeit betrachtet werden - die unserer aber erstaunlich und erschreckend nah scheint. Zwischen Plantagen und harten Bandagen. Eine echte Entdeckung des frühen Films - selbst wenn kleinere Teile noch immer (und wohl für immer) verschollen sind und fehlen. Aber der Kern, die Energie und die Magie der Sache wird vollkommen klar. Ein Zeitraffer, ein Statement, ein Wegweiser! 

Sensibles Piano

Fazit: 110 Jahre (!) alt und noch immer aktuell und bezaubernd… und damit meine ich nicht nur Doris Kenyon. Aber auch. „The Ocean Waif“ entführt einen in eine andere Welt und Zeit - in der Frauen aber genauso wie heute gegen Ungerechtigkeiten, männliche Brutalität und Bevormundung kämpften! 

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