In diesem exzellenten und understateten Sci-Fi-Drama auf Apple+ baut ein sterbenskranker Tom Hanks als titelgebender „Finch“ in einer sonnenwindverwüsteteten Zukunft einen Roboter, der nach seinem unausweichlichen Tod auf seinen geliebten Hund aufpassen soll. Doch davor muss noch viel gelernt und müssen noch mehr Verständigungs- und Vertrauensprobleme gelöst werden…
„Finch“ hat mich eiskalt erwischt und richtig warmherzig überrascht. Lange Zeit unter dem Produktionstitel „Bios“ in der Pipeline und dann (für seine Werte) recht günstig von Apple akquiriert, ist diese bodenständige Mischung aus „I Am Legend“, „Chappie“ und „Cast Away“ einfach klassisches Hollywood- und Amblin-Kino der besten Sorte. Erstaunlich auf Action oder gar Horror verzichtend, volle Konzentration auf die drei menschelnden, tierischen und elektronischen Protagonisten. Endlich mal wieder ein echter Hund! Hanks kann solche „Einmannsachen“ einfach wie kaum ein Anderer tragen. Der Roboter ist einfach lebensecht und genial gemacht. Genau so müssen praktische Effekte und Pixel ineinander übergehen. Da sieht man nämlich gar keinen Übergang mehr. Super auch gesprochen von Caleb Landry Jones. Ehrlich, witzig, süß und manchmal auch naiv bis erzürnend. Natürlich gibt’s auch zeitaktuelle Bezüge bei dem Thema. Doch im Grunde geht es nur um das Trio, das Vertrauen, ihren Zusammenhalt und die Fehler sowie Stärken jedes Einzelnen. Und das hat mich tief berührt und mir richtig gut gefallen. Und dabei war's noch nichtmal allzu melancholisch, kitschig oder predigend. Nicht im Geringsten.
Fazit: erstaunlich ruhige und lobenswert zurückgenommene One-/Three-Man-Show-Apokalypse, bei der Roboter, Hanks und Hund eine überzeugende Einheit der Emotionen auf den Zuschauer übertragen. Seelenwärmerkino (für die Couch). Altmodisch gut. Einer meiner Herzensfilme 2021.