Review

Fall Guys


Die zwei Überlebenden aus dem ersten lebensbedrohlichen „Escape Room“ begeben sich nach New York, um dort der mysteriösen Minos-Firma das Handwerk zu legen oder zumindest Beweise gegen die scheinbar übermächtigen Strippenzieher zu sammeln. Jedoch führt sie das nur wieder in ein neues „Spiel“ der Fallen, Rätsel und Tode - und dieses Mal sind ihre Mitspieler ebenfalls Gewinner aus vorangegangen Raumstafetten…

Als riesigen Fan des ersten „Escape Room“ würde ich mich nicht bezeichnen, aber er hat mir vor zwei Jahren grundsätzlich durchaus Spaß gemacht. Und allzu weit sehe ich „Escape Room: Tournament of Champions“ qualitativ jetzt nicht darunter. Wem Teil eins zusagte, wird sicher auch nach diesem enorm flotten Eineinhalbstünder nicht den Kopf allzu enttäuscht hängen lassen. Beide einigermaßen kennengelernte und liebgewonnene Figuren aus dem Original sind wieder dabei, von der Art und Atmosphäre schließt das Sequel genauso wie handlungstechnisch direkt an, beide geben sicher ein solides Doppel Feature ab. Die Räume sind aufwändiger denn je, in ihnen liegt alles an Kreativität. Die Minos-Company bietet noch genug Potenzial für Überraschungen und Aufdeckungen (in Zukunft). Alles fühlt sich schon nach Franchise- und Hitpotenzial, gerade für jüngere Zuschauer, an.

Und dennoch habe ich mit „Escape Room 2“ einige fette Hühnchen zu rupfen. Zum einen wäre da der schon viel zu viel wegnehmende Trailer - aber dafür kann der finale Filme ja nichts. Dennoch ärgerlich und wenn möglich zu meiden. Dann wäre da noch der spürbar entschärfte Gewaltgrad und ausschließlich blutleere Tode - gerade in einer Szene mit Säureregen massiv spürbar und ärgerlich. Da könnte also eine ungeschnittene Heimkinoversion Punkte gutmachen. Und dann wären da natürlich noch grundsätzliche Probleme, die auch das Original bei mir in der Gunst fallen ließen. Wie Logiklöcher und erzwungene „Überraschungen“, eine oftmals aufkommende Hektik in Schnitt und Aufbau, lächerliches Anteasen von Fortsetzungen bzw. unangenehmes, plakatives Worldbuilding. Sprunghafte Intelligenz der Teilnehmer - mal genial, mal idiotisch. Plus austauschbare, klischeehafte Figuren und nicht immer ganz ideale Effekte. Genug also, um die Nase zu rümpfen. Aber auch genug um ihn locker durchlaufen zu lassen. Dennoch gehe ich selbst zehnmal lieber in einen echten (ungefährlichen) Escape Room als dieser erfindungsreichen „Streichliste“ allzu oft zuzugucken. 

Fazit: deutlich entschärfte und blutleere Version einer Fortsetzung, die sehr auf Nummer sicher geht. Das Tempo ist hoch, einige Fallen und Räume durchaus kreativ. Aber insgesamt wirkt es schon jetzt mit dem zweiten Teil erstaunlich totgelaufen, redundant, hektisch und wie eine auf's Teeniepublikum zugeschnittene Mischung aus „Saw“, „Final Destination“ und „Cube“. Brauche ich keinen dritten Teil von - oder höchstens nur mit massiver Steigerung und Neuausrichtung! 

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