Noch immer kann es Zoey Davis (Taylor Russell) nicht verwinden, die lebensgefährlichen Spiele eines Escape Rooms überstanden zu haben, dabei jedoch Freunde sterben sehen zu müssen - wild entschlossen, sich an den Urhebern dieser tödlichen Fallen, der Firma Minos Corporation, zu rächen, möchte sie so schnell wie möglich nach New York City, wo sie die Koordinaten von deren Hauptquartier herausgefunden hat.
Mit einem anderen Leidensgenossen - Ben Miller (Logan Miller), ebenfalls Escape-Room-Überlebender aus Teil 1 - reist sie an und gelangt schließlich in die finstere Gegend, wo sie allerdings nur auf einen Junkie treffen, der auch noch Zoeys Kompass klaut und abhaut. Die Verfolgungsjagd durch eine belebte U-Bahn-Station endet - freilich ohne Kompass - in einem New Yorker Silberpfeil, der die beiden mitnimmt, während der Junkie gerade noch rechtzeitig aussteigen kann. Dummerweise jedoch endet die Fahrt, nachdem der betreffende Wagen unterwegs wie von Geisterhand abgekuppelt wurde, am Prellbock einer abzweigenden Nebenstrecke. Mehr noch: Zoey und Ben sowie die wenigen anderen Passagiere können den Zug nicht verlassen, dessen Türen verriegelt sind und der plötzlich unter Strom gesetzt wird.
Nach kurzem Plausch untereinander stellt man fest, daß alle 6 anwesenden jungen Leute bereits Escape Rooms überlebt haben und sich gerade in einer neuen, tödlichen Falle befinden, in der sie erneut gegen die Zeit zusammenarbeiten müssen, um lebend herauszukommen...
Nach dem Achtungserfolg des ersten Teils von 2019 schien ein Sequel fast schon vorprogrammiert, und so folgte 2021 unter der erneuten Regie von Adam Robitel die Fortsetzung Escape Room 2 - und wie so oft, wenn eine erfolgreiche Idee weiter vermarktet werden soll, konzentriert man sich auf dessen Highlights, und dies waren eindeutig die Escape Rooms selbst. Deren Konstruktion und Aufgabenstellung fällt daher noch einmal deutlich ausgefeilter aus, wobei zugleich auch noch das Tempo angezogen wird,
sodaß ein zwischenzeitliches Reflektieren und Mitraten (wie im 1. Teil) fast schon unmöglich wird.
Darunter leiden sowohl die bereits bekannten wie auch die neu eingeführten Charaktäre, die erstaunlich schnell, kombinationssicher und effizient zu Werke gehen, damit jedoch wenig Grund zum Mitfiebern liefern - viel interessanter als die Proponenten und deren ohnehin erwartetes (teilweises) Ableben bei dieser "Survivors Championsship" sind die detailreich gestalteten Fallen (mit Codes aus Blut, Säureregen, Leuchttürmen, Treibsand etc.), die das Publikum bei Laune zu halten wissen. Und doch - die hohe Spannung, die dem 1. Teil innewohnte, kann dieses Sequel zu keiner Zeit mehr erreichen. Zu klar ist, worauf all dies hinausläuft, zu erwartbar ist eine Art Cliffhanger am Schluß, um eine weitere Fortsetzung vorzubereiten. Auch der Umstand, daß es zusätzlich zur hier besprochenen, von Netflix gestreamten Kinoversion noch einen Extended Cut gibt, der mit zusätzlichen Szenen eine weitere Perspektive (auf die bisher völlig unbeleuchtete Entstehungsgeschichte und Hintermänner der Fallen) eröffnet, weist auf potentielle zukünftige Sequels hin.
Escape Room 2, dessen Grundidee auch weiterhin zu großen Teilen aus einer Adaption der Saw-Thematik (Fallen) mit einer Prise Cube (Klaustrophobie) besteht, bei denen die Regie schlicht die Darsteller (mit bewußt deutlich höherem Identifikationspotential) ausgetauscht und im Gegenzug Jigsaws überzogen martialische Fallen entschärft hat, macht allerdings immer noch Spaß und vermag dank des hohen Erzähltempos bis zum Schluß gut zu unterhalten: 6,7 Punkte.