iHaveCNit: Stillwater – Gegen Jeden Verdacht (2021) – Tom McCarthy – Universal
Deutscher Kinostart: 09.09.2021
gesehen am 09.09.2021
Kinopolis Main-Taunus-Zentrum – Kinosaal 11 – Reihe 16, Platz 15 – 17:20 Uhr
Tom McCarthy, der zuletzt unter anderem den großartigen, mit dem Oscar prämierten Film „Spotlight“ inszeniert hat, bringt mit „Stillwater“ einen weiteren großartigen Film an den Start. Mit Matt Damon in der Hauptrolle und nach dem Trailer war für mich klar, dass ich mir diesen Film ansehen möchte.
Bill Baker lebt in Oklahoma. Der arbeitslose Ölbohrarbeiter hangelt sich von Job zu Job und reist regelmäßig nach Marseille, da dort seine Tochter Allison für den Mord an einer Mitstudentin im Knast sitzt. Von ihrer Unschuld überzeugt ist er selbst als es keine rechtlichen Mittel mehr gibt zu allem bereit, Beweise für ihre Unschuld zu suchen. Vor Ort bekommt er unter anderem Hilfe von der Theaterschauspielerin Virginie und deren Tochter Maya.
„Stillwater“ soll als Film lose auf dem Fall der Amanda Knox aufbauen, da ich mich jedoch mit diesem Fall nicht beschäftigt habe und auch nicht in genau diesem Thema drin bin, kann ich dazu an dieser Stelle keine Aussage treffen. Da ich „Spotlight“ von McCarthy bereits mochte, war mir klar, dass „Stillwater“ kein Film der schnellen Sorte sein wird. Mit 140 Minuten nimmt sich „Stillwater“ bis auf einen etwas sprunghaft erzählten Abschluss die notwendige Zeit für die Erzählung seiner Geschichte. Dabei bleibt der Film sehr ruhig, unaufgeregt und niemals wirklich effekthascherisch und erzeugt damit eine großartige Atmosphäre, die sowohl Dramatik als auch Spannung vermittelt. Inmitten des Films gefällt mir Matt Damon sehr gut als einfacher Mann aus Amerika, der hier alles für die Unschuld seiner Tochter. Auch auf ganz natürliche Art wird uns hier der Kontrast zwischen einfachen Verhältnissen in Amerika und Frankreich dargestellt – und gesellschaftskritische Untertöne sind hier spürbar, ohne unpassend zu sein. Gerade auf der charakterlichen Ebene und den im Film entstehenden Dynamiken wird der Film auch sehr warmherzig und liebenswert. Sowohl Bills Beziehung zu Virginie und deren Tochter Maya als auch Bills Beziehung zu seiner Tochter Allison. Hier haben mir auch Camille Cottin und Abigail Breslin sehr gut gefallen. Ebenfalls fand ich hier Marseille als Handlungsort großartig in Szene gesetzt.
„Stillwater – Gegen Jeden Verdacht“ - My First Look – 8/10 Punkte.